Die USA braucht die Hilfe Europas durch einen neuen Marshallplan

Familien halten zusammen. Ein Wir Gefühl eint sie. Wenn es besonders gut läuft, entstehen hieraus Familienunternehmen, die über viele Generationen ausgebaut werden. Familien streiten sich auch mal, aber letztendlich unterstützen sie sich gerade dann, wenn es um Bedrohungen von außen geht. Das Wir Gefühl im Kleinen übertragen wir auf die Gesellschaft im Großen. Auch hier handeln wir, geprägt durch unsere Vorfahren und mit dem Wunsch, unseren Nachfahren etwas zu hinterlassen.

Es waren wohl auch die Familienbande der Abstammung, die nach dem zweiten Weltkrieg dazu geführt haben, dass die mehrheitlich europäisch verwurzelte USA ihre Verwandten nicht unterdrücken wollte, sondern in einem Marshallplan beim Nachkriegsaufbau einen entscheidenden Beitrag geleistet hat.

In den letzten Jahren dann haben sich die Kinder Europas zunehmend auf einen disruptiven Weg begeben. Sie haben nicht nur im Rahmen der Digitalisierung Unternehmen zerschlagen, sondern zunehmend ihre Familien gespalten, in politische Lager geteilt, soweit, dass sie nicht mehr miteinander sprechen können. Diese Spaltung wird Biden ohne die Hilfe Europas nicht aufheben können.

Es ist nicht zuletzt dem großen Erfolg des Marshallplans zu verdanken, dass wir Europäer den amerikanischen Weg nicht hinterfragt und bis heute weiter Orientierung in den USA gesucht haben. Sehr anschaulich wurde das im „Deutsches Wirtschaftsforum digital“ an drei Tagen in der ersten Novemberwoche. In hervorragenden Beiträgen wurden die Ist-Unterschiede zwischen den USA und Europa analysiert: „Die Hälfte der Amerikaner möchte Waffen tragen und empfindet eine Krankenversicherung als Einschränkung der Freiheit. Das Individuum ist wichtiger als die Familie. Die hohe Erbschaftssteuer ist nicht auf den Erhalt von Familienunternehmen ausgerichtet.“

Das Thema der Veranstaltung hieß: „Demokratie und Digitalwirtschaft – der europäische Weg.“ Unverständlich fand ich, weshalb zum Thema KI in der Mehrheit nicht europäische Referenten eingeladen waren. So wird zum Beispiel an der Radboud-Universität Nijmegen bereits seit 30 Jahren KI unterrichtet. Alle Beiträge der Global Player waren fehl am Platz. Ganz unabhängig davon, ob es sich um ein chinesisches, amerikanisches oder auch europäisches internationales Technologieunternehmen handelte, die Antworten ähnelten sich: „Ihr macht die Regeln und wir bauen sie ein“. Ein solches Ergebnis ist dann ein wenig autoritär chinesisch, disruptiv amerikanisch und enthält die unbedingt notwendigen europäischen Vorgaben. Das Wirtschaftsforum hat die Probleme richtig dargestellt, aber war nicht in der Lage, den in Aussicht gestellten eigenen europäischen Weg zu zeigen.

Regeln für alle an der Digitalökonomie Beteiligten sind der dritte Schritt hinter einem ersten, in dem für eine eigene europäische Infrastruktur in solidem Handwerk und eben nicht zerstörerisch definiert werden muss, wie die vordigitalen demokratischen Errungenschaften in eine digitale Gesellschaft übertragen werden können. Hierfür habe ich einen Draft für einen Marshallplan geschrieben und auf drei Ziele fokussiert:

  1. Die optimale Veredelung und einfache Verwertung digitaler Daten, bei Erhalt von Vielfalt und leistungsgerechter Einbindung aller an der Wertschöpfung Beteiligten.
  2. Die stigmatisierungsfreie, lebenslange digitale Einbindung aller Bürger mit Anreizen zur Selbstentfaltung.
  3. Die digitale Gewährleistung der notwendigen staatlichen Aufgaben zum Erhalt der Sicherheit für Bürger, Wirtschaft und Staat, bei Beibehaltung vordigitaler demokratischer Errungenschaften.

In einem zweiten Schritt müssen diese Ziele an die aktuellen Herausforderungen der westlichen Welt angepasst werden. Dafür muss der Marshallplan drei Fragen beantworten:

  1. Wie kann Europa die Verantwortung für die eigene Sicherheit übernehmen?
  2. Wie kann eine Spaltung in Familien, zwischen Gesellschaftsgruppen und in der westlichen Welt vermieden oder auch aufgehoben werden?
  3. Wie nutzen wir die Corona-Krise als Chance für den Aufbau einer westlichen Digitalökonomie?

Derzeit geht es in der Sicherheitsdiskussion vor allem um den Ausbau klassischer Waffensysteme. Für jemand wie mich, der seit 20 Jahren gegen unfaire Maßnahmen der Datenverwerter kämpft, ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir uns noch einmal in einen konventionellen Krieg begeben. Wer sollte das tun und welchen Vorteil hätte er daraus? Es ist viel einfacher und vor allem nicht nachweisbar, über einen Virus gezielt Menschen, Gruppen oder auch Industrien anzugreifen. Wir können für die Sicherheit Europas einstehen, wenn wir eine Infrastruktur einführen, in der jeder Bürger sich und seine Daten schützen kann. Eine solche Infrastruktur habe ich in Form eines EU-D-S (Europäisches Digitalsystem) der europäischen Kommission vorgeschlagen. Da hier in erster Linie offene Standards definiert und einige technische Verfahren eingeführt werden, wäre das EU-D-S auf die USA übertragbar. Dieser eigene Beitrag für die Sicherheit würde Europa keinen Cent Kosten, wenn wir die vor allem an amerikanische Unternehmen abfließende digitale Wertschöpfung hierdurch zurückholen würden. Zu den weiteren Synergieeffekten habe ich unter http://gisad.eu/statements/ ausführlich Stellung genommen.

Europa hat sich gerade auf ein Verfahren zur Einhaltung von Rechtstaatlichkeit geeinigt. Es kann mit einer Stimme sprechen. Jetzt muss Europa schnell auf die Herausforderung der Corona-Krise reagieren. Selbst wenn eine schnelle Impfung gelingt, werden wir nicht vor Weihnachten 2021 zu unseren alten Gewohnheiten zurückkehren können. Viele neue Gewohnheiten und Veränderungen werden bleiben. Dieses weitere Jahr wird ausreichen, auch Europa zu spalten, wenn es nicht schnell eine neue Perspektive für alle Europäer gibt. Das gesellschaftliche Gefüge verändert sich. Während bisher ein relativ kontinuierlich wachsender Wohlstand den gesellschaftlichen Kitt bot, werden durch Corona die Karten neu gemischt. Auf der einen Seite gibt es Gewinner, die die Krise im Homeoffice aussitzen können und andere, die nun täglich gezwungen sind, sich der Ansteckungsgefahr auszusetzen. Es gib ganze Branchen, die nur noch künstlich mit staatlicher Unterstützung beatmet werden, doch bei einer länger anhaltenden Pandemie keinerlei Chance auf Genesung haben. Aus der Pandemie entstehende Verluste kann ein Staat ausgleichen, nicht aber soziale Verwerfungen, die dadurch entstehen, dass Menschen durch die Pandemie ihren sozialen Bezugsrahmen verlieren. Kurzarbeitergeld funktioniert über einige Wochen. Gerade da, wo Arbeit nicht ins Homeoffice ausgelagert werden kann, fällt jedoch die tägliche Routine weg. Es fehlt die Aufgabe, über die man sich definiert hat. Frust und Angst vor einer unbestimmten Zukunft nehmen zu.

Durch die Pandemie werden digitale Fehlentwicklungen verstärkt. Social Media Programme wurden nicht entwickelt, um den demokratischen, sozialen Zusammenhalt zu erhöhen. Der von den Nutzern generierte Content hat den einzigen Zweck, als Träger für Werbung zu dienen. So wurden Phänomene wie Fake News in den Geschäftsmodellen nicht berücksichtigt. Diese falschen Digitalisierungskonzepte unterstützen die natürliche Bequemlichkeit der Menschen. Sie legen keinen Wert auf selbstbestimmte Nutzer. Was passiert, wenn nur der dritte Schritt der Regulierung ohne die beiden ersten Schritte gemacht wurde, hat mir eine über 80-Jährige Verwandte am Wochenende wieder eindrucksvoll demonstriert. Seit einigen Jahren liest sie ihre E-Mails auf ihrem Tablet. Nun ging es um einen PDF-Anhang, für den ihr der entsprechende PDF-Reader fehlte. Von mir per Telefon betreut, endeten mehrfache Versuche, eine App zu erhalten, auf irgendwelcher Werbung, die sich vor den Installationsvorgang drängte. Auch den gerade erst von mir installierten Feed-Reader benutzt sie nicht. Bei den meisten Beiträgen muss man in Popups erst Cookies akzeptieren. Werbung wird so positioniert, damit man sie aus Versehen anklickt. Das ist eine völlige Überforderung für jemand, der sein Leben lang von oben nach unten gelesen hat. Die DSGVO hat nur insofern zu Datenschutz der Nutzerin beigetragen, dass diese jetzt ganz auf das digitale Zeitungslesen verzichtet und sich wieder eine Printzeitung abonniert hat. Integration alter Menschen sieht anders aus.

Auch die digitalen Echokammern zielen auf die Bequemlichkeit der Menschen. Diejenigen, von denen nie erwartet wurde, dass sie sich an Entscheidungen beteiligen, sehen keinen Sinn in der kritischen Reflektion von Informationen. Sie suchen sich in den sozialen Medien Gleichgesinnte, von denen sie wahrgenommen werden. So hängt auch die anhaltende Zustimmung für die Republikaner wesentlich von gesellschaftlich vergessenen Gruppen ab, denen Trump das Gefühl gegeben hat, ihre Interessen zu vertreten.

Ein EU-D-S muss also nicht nur den Menschen Sicherheit bieten, es muss sie in einen permanenten Demokratieprozess integrieren. Diese Integration muss so einfach und selbstverständlich sein, dass jeder daran teilnehmen kann. Meine Verwandte lebt alleine. Sie könnte zusammen mit anderen wertvolle Beiträge für die digitale Gesellschaft leisten, wenn sie sich entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit einbringen könnte. Das würde auch ihr helfen. Jeder möchte ein wertvoller Teil der Gesellschaft sein. Haben wir ein EU-D-S mit einer solchen Integrationsmöglichkeit, dann erreichen wir einen so hohen Anteil der Gesellschaft, das sich hierauf zahlreiche neue Wertschöpfungskonzepte aufbauen lassen. Dann werden die Nutzer für Informationen auch Monatsbeiträge bezahlen. Allerdings halte ich einzelne Zeitungsabos für überholt. Wer einmal über einen Feed-Reader gelernt hat, verschiedene Medien auszuwerten, der wird nicht dafür bezahlen, sich auf ein Medium einzuschränken. Über ein EU-D-S wäre alternativ eine Urheberabgabe je gelesenem Artikel möglich, der vom Nutzer über einen gestaffelten Monatspreis bezahlt werden könnte. Wer eine bestimmte monatliche Lesemenge überschritten hat, bucht weitere Beiträge hinzu, werbefrei versteht sich. Werbung sollte im Pullprinzip funktionieren. In einem weltweiten Kategorienstandard könnte jeder Nutzer festlegen, zu welchen Kategorien er Werbung erhalten möchte. Wichtig ist, dass Werbung zum vom Nutzer gesteuerter Prozess wird. Unser Ziel muss sein, alle in den Digitalisierungsprozess mitzunehmen. Wenn alle im EU-D-S mitmachen, würden sich auch Lösungen für die Finanzierung von künstlerischen digitalen Angeboten finden. Die derzeitigen Social Media Strukturen richten sich gegen Vielfalt. Gerankte Informationen sind für einen Shitstorm oder auch für das Bekanntwerden nur einiger Influencer geeignet. Schuld daran sind Prozesse, die alle Nutzer auf das erste Ergebnis einer Seite führen und so denjenigen, der es auf die erste Seite geschafft hat, bevorzugen. Wenn alle Inhalte zufällig digitale gesteuert einer Gruppe von Bewertern vorgelegt und verdichtet werden, haben alle Inhalte die gleiche Chance, wahrgenommen zu werden. Wenn jede europäische Stadt ein regional ansässiges und erfolgreiches Startup Bottom-up anderen Städten empfehlen kann, haben auch Startups in Europa eine echte Chance. Startups benötigen nicht in erster Linie Geld, sie benötigen Wahrnehmung. Diese zu erreichen war schwierig in Zeiten, in denen der Blick ausschließlich auf die USA und China gerichtet war. Wie sollen sich neue Konzepte durchsetzen, wenn die Informationsstrukturen des Wettbewerbs zur Verbreitung genutzt werden muss? Für ein erfolgreiches Europa muss die Grundstruktur für die Informationsverbreitung Allgemeingut sein.

Das EU-D-S muss ein gesellschaftliches Gesamtkonzept bieten, in dem die kritische Bürgerbeteiligung an der Bewertung von Inhalten ein Bestandteil einer lebenslangen Integrationsstrategie aller EU Bürger ist.

Selbst wenn man jedem EU Bürger diese Bürgerrechtsinfrastruktur kostenlos zur Verfügung stellt, wird sie nur erfolgreich sein, wenn es Anreizsysteme gibt, den Pfad der Gewohnheit zu verlassen. Es muss ein gesellschaftliches Integrationsversprechen für all diejenigen geben, die sich beteiligen. Die Gesellschaft sollte im Gegenzug für jede Krisenunterstützung durch den Staat eine (kleine) digitale Gegenleistung erwarten.

Ein EU-D-S kann nicht über Nacht eingeführt werden. Heute geht es um eine realistische Zukunftsvision gegen eine Pandemiedepression, die denen eine Perspektive bietet, welche von Corona besonders betroffen sind. Es können ungeheure Kräfte freigesetzt werden, wenn sich alle EU Bürger in die gleiche Richtung bewegen!

Totalversagen? Ein Blick aus dem Jahr 2120 auf die Digitalstrategie der Ära Merkel

Die deutsche Regierung hat für ihr aktuelles Handeln und die Krisenkommunikation in der Pandemie von den Bürgern gute Noten erhalten. Wir befinden uns allerdings erst am Anfang einer Entwicklung, deren Ausgang schwer vorherzusehen ist. Die Politik fährt auf Sicht. Genau das ist das Problem. Als Zukunftsforscher gehe ich von einer wahrscheinlichen Entwicklung aus und prüfe, ob die Politik sich hierauf vorbereitet hat. Es verdichten sich die Hinweise, dass zukünftige Generationen die Ära Merkel lange nicht so positiv sehen werden wie wir. Wahrscheinlich werden dieses Jahr, beschleunigt durch die Corona-Krise, endgültig die falschen Weichen mit dramatischen Auswirkungen auf die Zukunft gestellt. Gibt es schon aus heutiger Sicht Beweise, dass eine solche Entwicklung hätte verhindert werden können? Gibt es möglicherweise sogar ein fahrlässiges Ignorieren von Fakten und hätte die Bundesregierung entsprechend ihrem Wählerauftrag anders handeln müssen?

Die Gesellschaft der Zukunft ist weitgehend digitalisiert. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass solche Länder ihre Stellung in der Welt erheblich ausbauen werden, welche für sich eine klare und zur gesellschaftlichen Entwicklung des jeweiligen Staates passende Digitalisierungsstrategie entwickelt und diese mit proaktivem Handeln umgesetzt haben. Das sind vor allem China und Südkorea. Deutschland hingegen fährt nicht nur in der Corona-Krise auf Sicht. Der ständige Konsenszwang mit Lobbyisten-Interessen hat den Politikertyp aussterben lassen, der eigene Visionen konsequent umsetzt. Die Merkel-Politik agiert nicht, sie reagiert nur auf aktuelle Ereignisse. So hat es wenig mit fehlender Sachkompetenz zu tun, wenn die Bundesregierung keine klare Digitalstrategie verfolgt. Zulange hat sie sich, zugegeben sehr erfolgreich, als Mittler zwischen globalen Wirtschafts- und Staatsinteressen verstanden. Sie hat die Politik der ruhigen Hand etabliert. Dabei hat sie eine Entwicklung toleriert, in der jeder Politiker den nächsten Shitstorm fürchten muss und sich deshalb möglichst gar nicht erst bewegt. Vor diesem Hintergrund geht es der deutschen Regierung nicht mehr darum, Verantwortung zu übernehmen, sondern Verantwortung möglichst zu delegieren.
Selbst aus dem Blickwinkel des Jahres 2120 wird sie der Gesellschaft einen Bärendienst erwiesen haben. Es widerspricht der Erwartung zukünftiger Generationen, wenn sich der Staat gerade da zurückzieht, wo seine Präsenz für die Allgemeinheit wichtig wäre. Wichtige Aufgaben werden langfristig externen Systemen und Partnern überlassen, bei denen totalitäre Tendenzen in der Zukunft nicht auszuschließen sind. Eine dem Grundgesetz entsprechende Digitalstrategie muss dem Bürger so viele Freiheiten wie möglich einräumen. Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt ….“(Artikel 2 Grundgesetz(1)). Der Staat hat sich auf die für die Allgemeinheit relevanten Aufgaben zu konzentrieren. Struktur relevante Aufgaben kann er an die Wirtschaft delegieren, muss aber zu jedem Zeitpunkt Herr des Verfahrens sein. Unsere Realität sieht anders aus und lässt für die Zukunft nichts Gutes erahnen:

  • Digital werden die verfassungsgemäßen Rechte des Bürgers zunehmend delegiert und ausgehebelt. Bürgerfreundliche Digitalisierung wird bei uns in der Regel mit Datenschutz gleichgesetzt. Datenschutz ist entstanden, weil der Gesetzgeber ohne digitales Gesamtkonzept auf das Entstehen einer neuen Art von Rechtsverstößen reagiert hat. Der Schutz von Daten hat wenig mit Bürgerrechten zu tun. Die DSGVO regelt die rechtskonforme Verwertung von Bürgerdaten durch Unternehmen. Anders ausgedrückt, wenn ein Unternehmen eine erhebliche Begehrlichkeit beim Bürger weckt, darf es im Gegenzug die Einschränkung seiner Bürgerrechte vereinbaren. Diese Einschränkung ist sogar wie bei den früheren Sklaven vererbbar, wenn möglicherweise in Zukunft noch die Kinder eines Bürgers zum Beispiel wegen seiner öffentlich bekannten schizophrenen Erbanlage diskriminiert werden. Der Begriff der Freiwilligkeit wurde so im Interesse der Datenverwerter pervertiert.
    Eine echte Privatsphäre setzt eine umfassende Verfügungsberechtigung über die eigenen Daten voraus. So, wie jeder Wohnungsmieter die Verfügungsgewalt über seine Wohnung hat, indem er den Schlüssel besitzt, muss er auch den digitalen Schlüssel zu seinen Daten besitzen. Wie in der physikalischen Welt muss er damit seine Unterlagen vertraulich halten, den Zugriff Dritter bestimmen und auch dem Zugriff Dritter wieder entziehen können. Da, wo sinnvoll, muss digitales Bürgerrecht weitergehen als analoges. Bürger sollten Unterlagen, die sie an Dritte weitergegeben habe, aus der Ferne löschen oder ihnen jede Möglichkeit entziehen können, einen Personenbezug herzustellen.
  • Aus Sicht zukünftiger Generationen völlig unverständlich ist, warum der Staat im Sinne der Allgemeinheit nicht eine digitale Infrastruktur verordnet hat, um die vordigitalen gesellschaftlichen Errungenschaften zu schützen. So wie im Versorgungsauftrag Stadtwerke lokal für unser Wasser zuständig sind, muss es auch dezentrale Betreiber Bürgerrechte erhaltender Infrastrukturen geben. Stattdessen verschenkt der Staat wesentliche deutsche Wertschöpfung an ausländische Global Player. Aktueller Höhepunkt der fehlenden deutschen Digitalisierungsstrategie ist die Entwicklung der Corona-Tracking-App. Ohne Demokratie erhaltende Vorgaben wird der Wissenschaft und Wirtschaft der Auftrag erteilt, punktgenau Infektionsherde erkennen und eindämmen zu können. Da ist es absolut bemerkenswert, wenn sich in unserem Bürger feindlichen Umfeld 300 Wissenschaftler finden, um eine dezentrale Lösung der App zu entwickeln. En dezentraler Ansatz ist aus Bürgersicht der einzig richtige. Es wäre Aufgabe der Bundesregierung gewesen, frühzeitig den Aufbau einer digitalen Bürgerrechts-Infrastruktur in den politischen Diskussionsprozess zu bringen. Denn es braucht Zeit, ein breites Verständnis für eine Demokratie erhaltende Infrastruktur zu schaffen. Ad Hock Maßnahmen in Krisenzeiten lassen diese tiefgreifende Reflektion nicht zu. So ist es unmittelbar von der Regierung Merkel zu verantworten, wenn die Corona-Tracking-App an der fehlenden gesellschaftlichen Gesamtstrategie scheitert. Die notwendige 60% Bürgerbeteiligung wird nicht erreicht werden. Es ist konsequent, dass die 300 Dezentralisierungsbefürworter ihre Arbeit niedergelegt haben. So ist es auch unwahrscheinlich, dass ausgerechnet die Urgesteine zentraler IT-Entwicklung Deutsche Telekom und SAP aus der verhinderten zentralisierten Lösung ein Bürgerrecht freundliches Ergebnis erarbeiten werden. Dies ist ein weiterer Hinweis dafür, dass der Staat sich auf dem Rücken der Bürger seiner Verantwortung entzieht. Zukünftige Generationen werden hierin möglicherweise ein grob fahrlässiges Handeln der Regierung sehen. Die Entschuldigung, die Deutsche Telekom und SAP könnten mit Google und Apple auf Augenhöhe eine Umsetzung aushandeln, bedeutet übersetzt, alle 4 Player haben auf Grund ihrer Firmenentwicklung ein Interesse, der wie auch immer geartet dezentralen Technologie, zentrale, skalierbare und globale Geschäftsmodelle zu hinterlegen. Der Bürger wird hier als Konsument, der „freiwillig“ auf seine Bürgerrechte verzichtet, sicher Berücksichtigung finden.

Die Geschichtsschreibung des Jahres 2120 sieht Deutschland zunehmend handlungsunfähig, weil bereits 2020 die deutschen Abhängigkeiten von China und den globalen Datenverwertern zu groß waren. Tatsächlich sind Google, Facebook und weitere in ihren Konzepten gar nicht so weit von China entfernt. Allen gemeinsam ist das Interesse an einer möglichst vollständigen Beherrschung der weltweiten Märkte und deren Bürger. Wäre heute bereits eine akzeptierte Bürgerrechts-Infrastruktur vorhanden, hätten möglicherweise Billionen Euro an Schaden ohne anhaltenden Lockdown verhindert und viele Menschenleben gerettet werden können. Während sich derzeit das Interesse der Gesundheitswirtschaft zur Bekämpfung der Pandemie auf die Identifizierung und Analyse der Kranken konzentriert, sollte ein Bürger zentriertes Konzept den gesunden Menschen in den Mittelpunkt stellen. Nicht der potentiell Infizierte, sondern der Gesunde hat ein Interesse an diesem System. Aus Sicht eines Gesunden, der nicht angesteckt werden will – Gesunde sind zum Beginn der Pandemie die Mehrheit – macht es keinen Sinn, sich darauf verlassen zu müssen, dass sich ein Infizierter die App freiwillig installiert hat und freiwillig seine Infektion meldet. Nur eine kostenlose Bürgerrechts-Infrastruktur, die im Pandemiefall von jedem Bürger eingesetzt werden kann, gewährleistet den Schutz der Gesunden. Er wird die Möglichkeiten der Bürgerrechts-Infrastruktur benutzen, wenn die hierdurch entstehende Einschränkung der Bürgerrechte wesentlich geringer ausfallen würde, als bei den alternativ einzuhaltenden Maßnahmen.

Überlässt man die Erarbeitung Demokratie relevanter Infrastrukturen den Unternehmen, so werden in deren Geschäftsmodellen die Prioritäten aus Bürgersicht eher zufällig Berücksichtigung finden. Mit Kranken lässt sich mehr Geld verdienen, als mit Gesunden. Ein Bürger freundliches Pandemievermeidungskonzept hat andere Schwerpunkte:

    1. Die Vermeidung der Ansteckung muss an erster Stelle stehen. Es sollte gesellschaftlich akzeptabel sein, wenn ein Bürger auf seinem Device ein lautes Piepsen einstellt, welches ausgelöst wird, sobald die Mindestdistanz zwischen zwei Menschen unterschritten wird. Dafür markiert jeder Nutzer die zu seiner Kontaktgruppe (Familie, Mitbewohner) gehörenden Devices als nicht Alarm relevant. Alle im Raum Befindlichen werden durch das laute Piepsen über die unerwünschte Annäherung informiert und können über Blicke oder auch verbale Äußerungen eine soziale Kontrolle ausüben. Ein großes Problem stellt bei uns zum Beispiel das Einhalten des Mindestabstands im Supermarkt dar. Spätestens nach den ersten Pieps-Konzerten werden Filialleiter schnell Gesundheit erhaltende Konzepte erstellen. Ohne Begegnungsverbot in den Regalgängen bleibt der Mindestabstand bei uns Theorie.

    2. Ist der gesunde Bürger der Meinung, durch eine unerlaubte Annäherung (zum Beispiel bei Anhusten) infiziert worden zu sein, hat er die Möglichkeit, zur gespeicherten WAN anonyme IP-Adresse des Gefährders einen Kommentar zu speichern. In einem Rechtsstaat muss es genau wie bei einem Autounfall zumindest den theoretischen Anspruch auf Schadensersatz wegen Fahrlässigkeit geben.
    Erläuterung von WAN Anonymität im Video:

    3. Sollte eine Infizierung des Bürgers festgestellt werden, werden wie bereits geplant, alle Betroffenen anonym informiert. Zusätzlich können dezentral gespeicherte mit Markern versehenen IP-Adressen an das Gesundheitsamt weitergegeben werden. Über die IP-Adresse lässt sich die zugehörige Trust-Station finden. Grundsätzlich werden wie bei dem geplanten System anonyme Push-Nachrichten an alle, die sich dem Infizierten genähert haben, geschickt. Im Gegensatz hierzu kann aber für jeden Betroffenen über die jeweilige Truststation die Personalisierung hergestellt werden. Aus der Perspektive eines Gesunden ist es durchaus angebracht, dass dieser den ihn fahrlässig Infizierenden haftbar machen kann. Denkbar für eine nahe Zukunft wäre, über das System sogar automatische Bußgelder zu generieren, bei denen über eine künstliche Intelligenz die Kommentare der „Angegriffenen“ Berücksichtigung finden. Die Bezahlung würde über ein anonymes Konto erfolgen. Erst wenn der Beschuldigte Widerspruch erheben würde, würde es zur Personalisierung der betroffenen Parteien mittels der Trust-Station für einen klärenden Rechtsstreit kommen.
    Erläuterung zur Funktion einer Trust-Station im Video:

Die Wissenschaft benötigt viele Informationen. Bei einem Bürgerrechtskonzept darf das aber nur ein Aspekt sein. Da die Einhaltung der Distanz bei uns nicht kontrolliert wird, stelle ich in der Raum, dass ein Ansatz, sich de facto auf die potentiellen Kunden von Medizin und Beatmungsgeräten zu konzentrieren, die Pandemie wesentlich langsamer eindämmt, als ein Ansatz, der eine Infizierung Gesunder weitgehend unterbindet. Es ist unbedingt zu verhindert, dass eine App ein weiteres Einfallstor für Geschäftsmodelle zur Datenverwertung öffnet, die bisher keiner vorhersehen kann. Ein Konzept, in dem wieder auf den „freiwilligen“ Austausch von Bürgerrechten gegen Daten gesetzt wird, ermöglicht rechtlich fast alles, bis hin zu einem weitgehenden Bürgerrechtsverzicht.

Hat die Bundesregierung Kenntnis über entsprechende Alternativen gehabt? Hat sie sich damit beschäftigt oder hat die Merkel Regierung durch Aufgabe der ihr vom Bürger übertragenen Obhutspflichten sogar grob fahrlässig gehandelt? Es ist sogar möglich, dass man im Jahr 2120 die fehlende Digitalstrategie und die daraus resultierenden falschen Entscheidungen der Bundesregierung als entscheidenden Fehler sehen wird, der zur Auflösung der deutschen und in Folge aller europäischen Demokratien geführt hat. Mir liegen starke Indizien vor, dass die Bundesregierung nicht an einer bürgerfreundlichen Digitalstrategie interessiert war, ja diese sogar aktiv unterbunden hat.

Seit 1999 beschäftige ich mich mit der Idee, ein die analoge Gesellschaft abbildendes Digitalkonzept aufzusetzen. 1999 zeigte sich auch der Staat einem solchen Konzept noch aufgeschlossen, siehe Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Erstmals in einer Patentanmeldung mit Priorität aus dem Jahr 2001 schlage ich vor, dem Bürger eine in seinem Besitz befindliche Infrastruktur für das Internet zu Verfügung zu stellen.

In hunderten von Briefen an die politisch Verantwortlichen habe ich dafür geworben, eine solche Infrastruktur aufzubauen. Meinen aktuellen Brandbrief an die EU-Kommissionspräsidentin Dr. von der Leyen bildet hier den vorläufigen Höhepunkt.
Schon 2014 habe ich die Mitglieder des Bundestags aus dem Ausschuss „Digitale Agenda“ unter der Überschrift „Gesamtkonzept zur Digitalen Gesellschaft, Trusted WEB 4.0“ angeschrieben. Mit Schreiben vom 11.05.2015 und 27.7.2015 habe ich den Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière gebeten, sich für die Umsetzung einer dezentralisierten und anonymisierten IT Infrastruktur für alle stark zu machen. Ein ähnliches Schreiben hatte ich bereits am 03.09.2014 an Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel geschickt. Auf keines dieser Schreiben habe ich eine Antwort erhalten. Ein Mitarbeiter des Bundeswirtschaftsministeriums darauf angesprochen, antwortete mir verwundert: „Wir sind das Wirtschaftsministerium. Was haben wir mit dem Bürger zu tun?“ Ich hoffe, durch Corona hat die Wirtschaft gelernt, dass es ohne den Bürger nicht geht. Ähnliche Antworten haben ich aus der Verwaltung erhalten: „Wir optimieren IT-Verwaltungsprozesse in Behörden, was haben wir mit dem Bürger zu tun?“

Insgesamt 3 Bücher habe ich beim führenden Wissenschaftsverlag Springer zu diesem Thema veröffentlicht. Eine öffentliche Diskussion hierüber wurde von der Datenverwerter getriebenen IT nicht für nötig befunden. Immerhin hat die Bibliothek des Deutschen Bundestages die Bücher aufgenommen und über die Aufnahme in einem Literaturtipp jeden Bundestagsabgeordneten darüber auch informiert. Mehr kann man nicht tun, um die Demokratie zu erhalten.

Die Indizien reichen aus, um Zweifel daran zu äußern, dass entgegen anderslautender Beteuerungen von der Bundesregierung Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft gewünscht sind. Wenn wir aber nicht das Konzept von China kopieren wollen, so sollte seit Beginn der Pandemie klargeworden sein, dass wir den Wettbewerb um eine funktionierende digitale Gesellschaft verlieren werden, wenn wir nicht die Stärkung der Bürgerrechte in den Mittelpunkt stellen.

Die Mehrheit der Bürger hat in der Krise gezeigt, dass sie in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen, wenn man sie ihr lässt. Digitale Instrumente zur Authentifizierung, Verfügungsberechtigung und Personalisierung bei den eigenen Daten gehören in den Besitz des einzelnen Bürgers. Bei jedem zentralen System muss man dem Betreiber vertrauen. Zentrale Systeme können kompromittiert oder auch ganz von Dritten übernommen werden. Sie entziehen sich meist dem Zugriff des Staates. Steuern werden nicht gezahlt, eine Rechtsverfolgung ist nicht möglich. Doch damit nicht genug. Der deutschen Wirtschaft wird hierdurch auch noch die Wertschöpfung entzogen, welche jetzt in der Krise dringend benötigt würde.

Plattformen – Nicht öffnen, sondern demokratische Voraussetzungen schaffen!

Gerade erst habe ich unter http://blog.get-primus.net/dsgvo-heutige-gesetze-sind-fuer-die-digitale-gesellschaft-nicht-geeignet/ darauf hingewiesen, dass heutige Gesetze für die digitale Gesellschaft nicht geeignet sind, da legt der Bundestag mit einer breiten Zustimmung zum Antrag der Grünen https://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/018/1901852.pdf, Regelungen für „faire digitale Märkte – Wettbewerb und Datenschutz sicherstellen“, noch eins drauf.

Die Herausforderungen, auf welche ich bereits seit über einem Jahrzehnt hinweise, sind durch die rechtswidrigen Datenabflüsse von Facebook an Cambridge Analytica erst in den USA, dann in unseren Medien und schließlich in der deutschen Politik angekommen.
Leider bin ich mir sicher, dass die hier von den Grünen eingebrachten und von Teilen der Groko unterstützten Vorschläge (https://netzpolitik.org/2018/bundestag-ueberlegt-digitale-plattformen-zur-oeffnung-zu-verpflichten/ ) gut gemeint, aber sehr gefährlich für die Demokratie sind.
Die deutschen Politiker überschätzen ihre Möglichkeiten, den globalen Playern vorschreiben zu können, wie sie sich zu verhalten haben. Oder waren es gar die Lobbyisten der großen Player, die sich das in Teilen ausgedacht haben?

Interoperabilität zwischen den einzelnen Portalen soll gewährleistet werden. Gemäß Wikipedia ist „Interoperabilität die Fähigkeit unabhängiger, heterogener Systeme, möglichst nahtlos zusammenzuarbeiten, um Informationen auf effiziente und verwertbare Art und Weise auszutauschen bzw. dem Benutzer zur Verfügung zu stellen, ohne dass dazu gesonderte Absprachen zwischen den Systemen notwendig sind“.
Im Idealfall geht es also nicht nur darum, dass die verschiedenen Messanger-Dienste miteinander kommunizieren, sondern darum, auch die technischen Systeme aufeinander abgestimmt arbeiten zu lassen.
Es ist eine umfangreiche GISAD Studie nötig, um ausführlich auf alle geforderten Punkte einzugehen. Viele Forderungen sind einfach realitätsfern und auch widersprüchlich. Zum Beispiel kann man globale Internetunternehmen nicht in Deutschland zerschlagen. Auch widerspricht E-Privacy grundsätzlich den werbefinanzierten Geschäftsmodellen dieser Anbieter. Im Sinne ihrer Shareholder müssen sie Maßnahmen ergreifen, um möglichst hohe Werbeeinnahmen zu generieren. Wird das Regelkorsett zu eng, verlegen sie ihr Geschäft einfach auf andere Teile der Welt und hinterlassen bei uns dann ein Vakuum.
Die schöne Idee der Grünen aus Sicht einer vordigitalen Welt besteht darin, zu glauben, man könne durch einzelne Gesetze Wettbewerb in einer bereits monopolisierten globalen digitalen Welt erreichen. Folgt der Bundestag diesem Vorschlag, verspielt er den letzten Vertrauenskredit, den er beim Wähler in Sachen Digitalisierung noch hat.

Stellen wir uns einmal vor, wie sich der Straßenverkehr entwickelt hätte, wenn die Infrastruktur nicht dezentral von den einzelnen Regionen gebaut worden wäre. Ein globaler Autohersteller hätte ein sensationelles Geschäftskonzept, über welches er die Straßen auf der ganzen Welt finanzieren könnte. Damit alle diese Straßen auch benutzen, wäre das Fahren auf den Straßen für den Einzelnen kostenlos, solange er ein Auto dieses Autoherstellers mieten würde. Jeder, der ein Produkt auf den Parkplätzen anbieten wollte, müsste hierfür einen erheblichen Anteil seiner Einnahmen an den Autohersteller abgeben. Im Sinne des Geschäftsmodells und der Mehrheit würden nur Straßen bis hin zu zentralen Parkplätzen gebaut. Gleichzeitig würde der Autohersteller alle Grundstücke in der Nähe der Parkplätze kaufen, hierauf Wohnraum bauen und teuer vermieten. Der Staat fände es gut, sich nicht um den Straßenbau kümmern zu müssen.
In Folge gäbe es nur noch Feldwege zu weiter weg gelegenen Häusern. Güter jenseits der Parkplätze zu kaufen, würde unerschwinglich, weil die Logistikkosten für die Fahrten auf den nicht ausgebauten Wegen viel zu teuer wären. Der Staat hätte auch keine Steuereinnahmen mehr, um Straßen auszubauen, weil die Menschen, um die ständig steigenden Auto- und Wohnungsmieten überhaupt noch zahlen zu können, keine Steuern mehr zahlen würden. Hier würde man von einem gescheiterten Staat sprechen. Nach und nach würde der Autohersteller alle zuvor vom Staat erbrachten Leistungen übernehmen.

Ich möchte das Beispiel nicht überstrapazieren. Aber während glücklicherweise die Staaten ihre Verkehrsinfrastruktur selbst ausgebaut haben und im freien Wettbewerb die Autos vieler Autohersteller auf der ganzen Welt fahren können, ist die Situation des Internets viel bedrohlicher als im fiktiven Straßengeschäftsmodell. Weitgehend übernehmen nämlich heute die Staaten die teuren Infrastrukturkosten für den Mobilfunk und Festnetzausbau, überlassen aber die Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsverteilung dann wenigen globalen Anbietern, die sich so ungebremst ausbreiten konnten und noch nicht einmal Steuern zahlen.

In den nächsten maximal fünf Jahren wird sich zeigen, ob wir einen gescheiterten Staat erleiden müssen, oder ob der Staat es schafft, uns ins Zeitalter der digitalen Gesellschaft zu begleiten!

Der Vorschlag der Grünen ist ein Todesstoß für die Demokratie, weil er nicht „ein großer Gewinn für Verbraucherinnen und Verbraucher“ sein wird, sondern die Konsolidierung der Internetplattformen zu einer Oberfläche für alle beschleunigen wird. Diese Oberfläche wird das Werkzeug für eine totalitäre digitale Gesellschaft sein.
Die Konsolidierung wird nicht dazu führen, dass neue Startups eine Chance haben. Die hierzu nötige soziale Marktwirtschaft gibt es derzeit im Internet nicht. Eine Interoperabilität bedeutet eben nicht nur, dass die großen Player wie Facebook sich für kleine Plattformen öffnen, sondern auch die kleinen Plattformen für Facebook. Sieger der durch die Forderungen der Grünen angestoßenen Konsolidierung ist derjenige, der ein erprobtes Geschäftsmodell, die hierfür beste Technik, die entsprechenden Kunden und das meiste Geld besitzt.
Die Werbekunden sind bequem und risikoscheu. Sie möchten möglichst über einen vertrauten Anbieter die Kunden erreichen. Google, Amazon und Facebook wechseln ständig die technischen Bedingungen für Agenturpartner, einen Mix aus Informationen und Werbung für die Kunden optimal zu platzieren. Das zwingt Agenturen dazu, sich auf die großen Player zu konzentrieren. Bei Search Engine Optimierung ist die Agentur erfolgreich, die einen direkten Draht zu Google hat, etc..

  • Viele Werbekunden wollen ihre Produkte international über einen globalen Partner vermarkten. Wieso sollten die Werbekunden zu kleineren Plattformen wechseln, solange die Zusammenarbeit mit den vorhandenen Partnern funktioniert?
  • Es sind umfassende Datenmengen über jeden einzelnen erforderlich, um verwertbare zielgruppenoptimierte Werbung anbieten zu können. Diese Datenmengen haben kleine und neue Plattformen nicht!
  • Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz kostet Milliarden. Dieses Kapital besitzen nur die ganz großen Player. Interoperabilität bedeutet, dass die Analysesysteme der großen Player auf noch mehr Informationen als in ihren eigenen geschlossenen Plattformen zugreifen können. Die kleinen Player können sich diese Technologien nicht leisten oder profitieren nicht, weil ihnen zu wenige Basisdaten zur Verfügung stehen.
  • Sollte doch einmal eine kleine Plattform ein besseres Konzept anbieten, würde sie von einem großen Player gekauft werden.
  • Ein Standard ist leichter zu manipulieren und überwachen als viele Standards.

Es würde schnell nur noch ein globaler Anbieter mit einer unangreifbaren Macht übrigbleiben. Den grünen Politikern rate ich dringend, einmal kritisch meine Argumente zu reflektieren, um nicht zum Erfüllungsgehilfen eines totalitären digitalen Systems zu werden!

Auch ich gehe in meinem neuen im Sommer bei Springer Vieweg erscheinenden Buch „Trusted WEB 4.0 – Masterplan für eine demokratische digitale Gesellschaft“ davon aus, dass eine Oberfläche oder besser, eine gleiche Schnittstelle zwischen Menschen und digitalen Angeboten in den nächsten Jahren kommen wird, weil sie vieles vereinfacht. Aber diese Schnittstelle muss Teil einer Infrastruktur mit Verfassungsrang sein, deren Konzept demokratisch gestaltet und überwacht wird. In Kombination mit einer Digitalverfassung wird hierdurch der Staat erst in der digitalen Gesellschaft legitimiert und handlungsfähig. Eine leistungsgerechte Wertschöpfungsverteilung für alle Anbieter ist durchsetzbar, wenn man, wie im Buch vorgestellt, ein auf die soziale Marktwirtschaft eines Landes abgestimmtes ganzheitliches Regelwerk einführt.
Man schafft so mit relativ kleinem Geld die Voraussetzung für die digitale soziale Marktwirtschaft, in der Deutschland schneller als andere Länder Industrie 4.0, eHealth, Smart Home und das autonome Fahren einführen kann, weil in einer WAN anonymen dezentralen Infrastruktur Datenschutz- und Datensicherheitsbedenken keine Marktbarrieren mehr aufbauen.

Weniger komplexe IT-Systeme für das Jahr 2017!

Meistens, wenn ich mich im letzten Jahr mit IT-Führungskräften über das Thema Dezentralisierung unterhalten habe, bekam ich zur Antwort, es müssten inzwischen so viele Standards und Kompatibilitäten beachtet werden, dass die Durchsetzung einer dezentralen IT unmöglich ist.

Aus Sicht eines IT-Leiters ist diese Position verständlich. Schließlich stehen die Verantwortlichen im ständigen Überlebenskampf gegen immer neue Cyberattacken und Herausforderungen immer kürzerer Innovationszyklen.
Allerdings lohnt sich gerade für den gestressten Manager der Blick über den Tellerrand. Dezentralisierung richtig gemacht, beseitigt wesentliche Probleme in der Computersicherheit.
Die Komplexität der IT entstand durch den Wunsch, mit ständig sich reduzierendem Personal- und Systemkostenaufwand einen möglichst hohen Rationalisierungsgrad zu erreichen.
Diese wirtschaftlich positiven Effekte werden jedoch durch Kosteneffekte neutralisiert, wenn die Komplexität das Verständnis der Anwender übersteigt.
Wenn schon IT-Verantwortliche zunehmend überfordert sind, gibt der Anwender den Versuch der Beherrschung der Technik auf. Wer die Technik nicht mehr beherrscht, wird zu ihrem Sklaven oder verweigert sich.

Es gibt zwei Möglichkeiten, dieses Dilemma zu lösen
:

  • Die derzeitig Verantwortlichen versuchen die von Menschen nicht mehr beherrschbaren Komplexitäten immer mehr global zentral organisierten „künstlichen Intelligenzen“ zu übertragen. Diese Systeme sollen mit dem Anwender über einfach zu beherrschende Schnittstellen kommunizieren. Hierbei wird aber zumindest in den nächsten Jahrzehnten das Problem bestehen, dass diese „Künstlichen Intelligenzen“ weder über ein Wertesystem verfügen, noch über einen Selbsterhaltungstrieb verfügen, über den sie einen wirkungsvollen Selbstschutz entwickeln könnten. Getrieben von unrealistischen weiteren Rationalisierungswünschen wird die Komplexität weiter erhöht anstatt die Probleme zu lösen. Wenn ein einzelner Wachmann für ein Haus mit tausend Türen verantwortlich ist, wird er diese nicht bewachen können. Keiner würde das von ihm erwarten. Genau das aber lässt die Mehrzahl der IT-Verantwortlichen derzeit zu, indem sie durch Komplexität entstehende Probleme durch die Erhöhung der Komplexität lösen wollen. Das gilt für heutige IT-Sicherheitskonzepte in gleicher Weise wie für nicht zu Ende gedachte Cloud Services. Auch Open Source Konzepte, bei denen viele gemeinsam an einer Lösung arbeiten, stoßen hierbei an ihre Grenzen. Wie sich entstehende digitale Servicewüsten negativ auf den Unternehmenswert auswirken können, habe ich in diesem Blog bereits erläutert, siehe http://blog.get-primus.net/die-digitale-transformation-darf-nicht-zur-servicewueste-fuehren/ .
  • Aus meiner Sicht bleibt in absehbarer Zeit die einzige funktionierende Lösung, sich die sicherheitskritischen und in der Kommunikation mit dem Anwender relevanten Prozesse anzusehen und diese Prozesse aus der Komplexität herauszulösen.

Wie man den sicheren Zugang zu allen digitalen Systemen bei gleichzeitiger Reduzierung der Komplexität durch Dezentralisierung erreichen kann, habe ich im Bauplan für die digitale Gesellschaft beschrieben, siehe Der Bauplan .
Auch dieser Bauplan kann natürlich wieder als komplex angesehen werden, da er nicht nur technische, sondern auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt.
Deshalb möchte ich an zwei Beispielen zeigen, wie relativ einfach die Umsetzung von Dezentralisierung und Anonymisierung ist. Man muss nur verstanden haben, dass die Trennung zwischen persönlichen Daten und sonstigen Daten und deren dezentrale Lagerung für den nachhaltigen Erfolg der Prozessoptimierung unbedingt nötig ist.
Es ist sogar möglich aus einem solchen Datenschutzkonzept ein disruptives äußerst erfolgreiches Geschäftsmodell zu entwickeln.

  • Als ich mich mit der Installation einer eigenen Photovoltaikanlage beschäftigte, wollte man mir weismachen, dass der Energiemarkt äußerst komplex sei und ausschließlich in einer globalen Vernetzung zentral gesteuerte Systeme funktionieren.
    In wenigen Monaten habe ich das Projekt DAS-EI, siehe http://gisad.eu/best-practice/projekt-das-ei/ zur Marktreife gebracht und damit bewiesen, dass es sicherer, wirtschaftlicher und ökologischer ist, in Privathaushalten mittels auf Photovoltaikanlagen optimierten dezentralen Steuersystemen bis auf die Sommermonate den gesamten produzierten Strom selbst zu verbrauchen. Teure zentrale IT-Systeme, Zwischenspeicher und Reservekraftwerke können hierdurch reduziert werden.
  • Auch Unternehmen wie Amazon, denen man nachsagt, eine komplexe zentrale IT zu beherrschen, können durch einfache Dezentralisierungsmaßnahmen sich nachhaltig erfolgreich aufstellen. Ich habe zum Jahreswechsel den Amazon Fire TV Stick getestet. Grundsätzlich gehört für mich das Streamen von Musik und Videos zu einem der Hauptargumente für die Cloud. Das darf jedoch nicht zu einem Freibrief für die Verknüpfung der auf den verschiedenen Medien entstehenden persönlichen Profilen führen. Es ist fatal, wenn die Informationen über gesehene Filme, gehörte Musik und bestellte Waren zu Score Werten und Suchrastern zusammengefasst werden. In Zukunft wird mir dann möglicherweise eine Gewaltbereitschaft unterstellt, weil mein Fernsehen am häufigsten von einem Familienmitglied benutzt wird, das gerne Actionfilme sieht. Der ständige Hausgast hört Punk-Musik auf meinem Tablet und dann habe ich auch noch einem befreundeten Rustikal-Fan zu Weihnachten ein verziertes Jagdmesser geschenkt. Auch Nutzer mit häufigem Trivialfilm-Konsum können als leicht manipulierbar eingestuft und missbraucht werden. Amazon sollte deshalb dringend die Profile der einzelnen Dienste auch einzeln speichern und da wo nötig, anonym verknüpfen. Ein weiteres großes Problem bietet das zentral für alle Dienste gültige Passwort. Wer auf Datenschutz wert legt, bestellt im Amazon Shop nicht mobil, sondern über einen in einem gesicherten LAN befindlichen Computer. Wer den Prime Musikstream nutzen will, muss jedoch das gleiche Passwort auf seinem Tablet benutzen. Hierüber können dann die gesamten Kundendaten über unsichere W-LAN oder Mobilfunknetze ausgespäht werden. Somit hat ein Nutzer keine Möglichkeit mehr, durch sein Verhalten das Onlineshopping sicherer zu machen. Je mehr Dienste Amazon anbietet, desto komplexer wird das System und auch Amazon wird hier schnell an seine Grenzen kommen.

    Alternativ bietet sich eine, wie im Bauplan für die digitale Gesellschaft geschildert, dezentral auf Benutzergeräten gespeicherte, passwortfreie und anonyme Zugriffsberechtigung über ein persönliches digitales System an.
    Im Verhältnis zum Umsatz von Amazon ist eine solche Änderung für ein Taschengeld umzusetzen. Der mit Sicherheit alternativ in Zukunft zu erwartende Schaden durch Cyberattacken wird für Amazon wesentlich größer sein, als die durch allumfassende Datenverwertung derzeit zu erzielenden Gewinne.

Die digitale Transformation darf nicht zur Servicewüste führen!

Viele sind in der digitalen Transformation im Datenrausch aufgesprungen und haben beliebig skalierbare Geschäftsmodelle ohne Personaleinsatz und Kosten vorhergesagt – das goldene Zeitalter der Dematerialisierung eben.
Manche Berater haben geplant, den Menschen bei der Erstellung von Produkten gleich ganz wegzurationalisieren.
Eine Zeit lang wurde auch sehr viel Geld damit verdient. Die Planer haben dabei wohl schlichtweg vergessen, dass der Mensch letztendlich der einzige Konsument ist, den dieser Planet zu bieten hat.
Das einzige, das im Ergebnis dematerialisiert, sind die anfänglich so erfolgreichen Unternehmen und ihre Firmenwerte.

Yahoo bereits in der Abwärtsspirale?

Nach dem erneuten Datenabfluss, diesmal von über unglaublichen 500 Millionen Nutzerdaten, verliert das Unternehmen ein Fünftel seines Wertes, siehe https://www.heise.de/newsticker/meldung/Nach-Rekordhack-und-E-Mail-Scanning-Verizon-will-weniger-fuer-Yahoo-zahlen-3342616.html .

Harte Bodenlandung bei Facebook?
Facebook hat es vorgemacht, wie man ohne Service Geld verdient.
Nachhaltig sind die exorbitanten Gewinne nicht, siehe http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/facebook-quartalszahlen-werbeeinnahmen-treiben-gewinn-in-die-hoehe-a-1119476.html .
Nur mit Mühe hat Facebook sich entschlossen, Hasskommentare aus dem WEB zu nehmen. Zuerst wurden automatische Filterverfahren eingesetzt, deren Kriterien nicht veröffentlicht wurden. Algorithmen können jedoch trotz künstlicher Intelligenz nicht zwischen Ironie und Beleidigung unterscheiden. Facebook hat nicht zuletzt auf Druck der Strafverfolger siehe http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-12/fake-news-strafen-gefaengnis-falschmeldungen-heiko-maas-martin-schulz die Prüfung nun an ca. 600 menschliche Agenten bei dem deutschen Dienstleister Avarto ausgelagert. Bei 4.75 Milliarden neuen Inhalten täglich ist das aber eher ein Tropfen auf den heißen Stein.
Halbautomatische Systeme mit grundsätzlicher Kontrolle durch die Nutzer, wie von uns als Pilotprojekt www.getmysense.com seinerzeit entwickelt, wären hierfür wesentlich besser geeignet, wirtschaftlicher und zudem durch die Einbindung der Nutzer demokratisch legitimiert, siehe hierzu auch http://blog.get-primus.net/gettmenet-gmbh-mit-trusted-web-4-0-portfolio-sucht-kaeufer/ .
Wenn selbst Politiker, die persönlich Facebook-Lobbyisten kennen, niemanden bei Facebook erreichen, um zügig einen Hasskommentar entfernen zu lassen, dann zeigt sich das eigentliche Problem.
Facebook hat seinen Aktionären verkauft, das perfekte vollautomatische System zur Kundenprofilierung, Kundenbindung und daraus abgeleiteter Werbe-Bespaßung entwickelt zu haben.
Nun zeigt sich, dass dieses Konzept nicht aufgeht. Auch Angreifer können ihre Prozesse automatisieren und da, wo es keine menschliche Verteidigung gibt, mit Social-Bots vollautomatisiert Meinungen verändern.
Facebook merkt über Jahre nicht, wenn ein Account gehackt ist. Das angeblich alles überblickende Facebook ist mangels Personal auch gar nicht in der Lage, auf Einzelfälle einzugehen.
Jeden Verwaltungsprozess muss der Nutzer über seine E-Mailadresse oder seine Handynummer anstoßen. Schade nur, wenn eben diese Daten durch einen Hack aus der Datenbank entfernt wurden.
Es gibt es wohl inzwischen auch so viele negative Reaktionen gegen Facebook im WEB, dass niemand bei Facebook mehr in der Lage ist, im Einzelnen zu analysieren, welche Probleme die Kunden mit Facebook haben. So habe ich auf meinen am 5. November 2015 in diesem Blog veröffentlichten offenen Brief an Facebook http://blog.get-primus.net/offener-brief-an-facebook/ keine, auch keine automatische, Antwort erhalten!

Ich betrachte es als Rufschädigung, wenn ein nun seit Jahren von mir weder veränderbares noch löschbares altes Profil bei Facebook steht.
Brav bin ich auf eine Facebook Verkaufsveranstaltung für Unternehmenswerbung gegangen und tatsächlich bin ich einem Mitarbeiter aus Fleisch und Blut begegnet und habe ihm mein Problem geschildert.
Der antwortete kurz: „Ach, Sie haben ein technisches Problem“. Er wollte mich wohl überzeugen, dass der Fehler sicher bei mir liegt. Er gab mir eine Visitenkarte. „Hier würde mir geholfen“. Auf der Karte stand keine Adresse, sondern ein Link zu dem allgegenwertig, umfassend fehlbaren Automaten. Wie schon fast erwartet, funktionierte der Link nicht. Es hätte sich ja gegebenenfalls doch irgendjemand mit dem Fehler beschäftigen müssen.
Facebook offline
Da Facebook kein ordentliches Impressum mit einer Adresse hat – es müsste ja sonst jemand Briefe bearbeiten – habe ich in einer Internetrecherche den Sonytower in Berlin als Adresse identifiziert und die Geschäftsführung angeschrieben. Natürlich hat auch das nichts gebracht.

Gut, es mag Menschen geben, die ohne Facebook ihre Freunde verlieren. Ich gehöre nicht dazu.

Kabelanbieter kurz vor dem Absturz?

Problematisch wird es, wenn Betreiber von gesellschaftlich strukturrelevanten Systemen auf einen solchen vollautomatischen Zug aufspringen.
Was im alten Rom die Spiele waren, das sind heute Kommunikationstechnik und Onlinemedien.
Die römischen Kaiser konnten sich alles leisten, nur Brot und Spiele durften nicht ausgehen, siehe http://www.dieroemer.at/brot-und-spiele.html .

Meine Familie ist seit vielen Jahren Kunde bei Unitymedia.
Früher gab es Kabelfernsehen, das funktionierte immer. Es gab einen Videorekorder, der einfach und stabil Sendungen aufnahm. Es gab ein Telefon, das nie ausfiel. Vielleicht gab es mal ein Problem mit einem Anrufbeantworter, wenn der Speicher voll war oder mit dem Fax, wenn es kein Papier hatte.
Als es dann Internetanschlüsse gab, waren diese zwar langsam, aber funktionierten meistens und waren ja auch noch nicht so wichtig.

Heute können wir vier Sendungen gleichzeitig aufnehmen und eine sehen, wir könnten auf unzähligen Fernsehsendern und auf einem abgespeckten Maxdom Wiederholungen der gleichen Filme sehen, wir haben schnelles Internet, haben 2 Handynummern, eine mobile Datenflat und eine Festnetznummer, alles in einem Komplettpaket.
Wir haben also ein komplexes System mit hoher Störanfälligkeit, für das ein guter menschlicher Onlinesupport nötig ist, um es am Laufen zu halten.
Zugegeben, vieles hat sich seit meinem Testbericht http://blog.get-primus.net/testbericht-horizon-rekorder-von-unitymedia/ im März 2014 verbessert.
Aber unterm Strich ist die Beziehung meiner Familie zu Unitymedia inzwischen emotional belastet und zwar äußerst negativ. Abends nach einem stressigen Tag möchten wir entspannen, einen Film sehen, Feeds lesen oder telefonieren.
Im Gegensatz zu früher gibt es da immer ein gewisses Spannungselement:
• Werden wir heute den erwarteten Maxdom-Film sehen können oder stürzt der Horizon wieder wegen einer Fehlverbindung ab?
• Spaß machte es immer, wenn die Horizon-Box ausgetauscht werden musste, bei uns in der Vergangenheit viermal passiert. Dann sind gleich alle aufgenommenen Sendungen weg.
• Vielleicht setzt auch die Fernbedienung wieder aus? Dann geht weder Fernsehen noch Videothek, noch die aufgenommenen Sendungen sind erreichbar.
Der Techniker eines Subunternehmen war bei seinem letzten Besuch von ca. einem Jahr so freundlich, uns eine Reserve-Fernbedienung dazulassen. Er kannte das Problem.
• Werden wir vielleicht heute zum ersten Mal seit Monaten über Festnetz telefonieren können?

Wir sehnen uns nach der alten Zeit, als alles einfach funktionierte, jahrelang. Nun haben wir unser aktuelles Verhalten analysiert und denken darüber nach, etwas zu ändern:
• Wir haben aufgehört, die öffentlich-rechtlichen Nachrichten zu sehen und bevorzugen gut selektierte RSS-Feeds.
• Live Filme sehen wir schon lange nicht mehr, sondern sehen nur Filme, die wir aufgenommen haben.

Wäre es nicht viel kostengünstiger und vor allem stressfreier für das fast gleiche Geld bei Verzicht auf die teure Kabelanschlussgebühr und Livefernsehen über die klassische Telefonleitung bei zwei Internetprovidern einen Vertrag abzuschließen und Filme nur noch über Netflix anzusehen? Wenn ein Provider ausfällt, haben wir dann noch einen zweiten. Bei Problemen können wir uns mit einem streiten und den Preis mindern, ohne dass wir erpressbar wären dadurch, dass uns bei Nichtzahlung einer Monatsgebühr einfach alles abgeschaltet wird. Übrigens, den Monatsbetrag zu mindern hat Unitymedia durch das obligatorische Lastschriftverfahren ausgeschlossen.

Was ist der Grund für so radikale Überlegungen?
Ganz einfach, Unitymedia hat seinen menschlichen Service in den letzten Monaten weitgehend eingestellt.
• Seit Monaten haben wir über das Kontaktformular oder telefonisch versucht, den Service zu erreichen. Der Automat von Unitymedia hat die meiste Arbeit übernommen.
• Beim Telefon wurde uns fröhliche Musik vorgespielt. Nach mehrfachen Anrufen und jeweils einer halben Stunde Wartezeit passierte nichts.
• Wir sind in einen Unitymedia-Shop gegangen. Auch hier hat man uns ein Telefon in die Hand gedrückt und wir waren wieder in der Warteschleife. Wir haben auch hier lange gewartet. Ein Kontakt mit dem Support kam nicht zustande.
Doch Unitymedia oder der Automat? hat tatsächlich mehrfach zurückgerufen, laut Protokoll immer sonntags um ca. 11.00 Uhr außerhalb der Servicezeiten. Nur gehört haben wir es nicht. Wie gesagt, wir haben zwei Unitymedia-Handynummern und eine Internet-Telefonnummer angegeben, über die wir erreichbar wären.
Die defekte Fernbedienung wurde bis heute nicht ausgetauscht. Vielleicht hat ja der Automat, ohne dass wir die entsprechende Einverständniserklärung zur Analyse unserer Profildaten unterschrieben haben, festgestellt, dass wir trotz defekter Fernbedienung fernsehen. Die Fernbedienung ist defekt. Wir benutzen allerdings die Ersatzfernbedienung, die der Techniker da gelassen hat und das Festnetztelefon geht wirklich seit Monaten nicht. Inzwischen brauchen wir ihn nicht mehr. Denn niemand ruft noch über diese Nummer an.
Tatsächlich schickte uns der Automat auch diverse Mails, die allerdings nie auf unsere Probleme eingingen. Mal sollte man auf die Behebung allgemein bekannter Probleme warten, mal wurde sich allgemein entschuldigt und immer wenn der Automat der Meinung war, es wäre genug Zeit vergangen, kam eine allgemeine Umfrage zur Kundenzufriedenheit.

Ich werde den Chief Executive Officer Herrn Lutz Schüler per Einschrieben über diesen Blogartikel informieren und werde, sollte ich wider Erwarten einen Antwortbrief erhalten, sehr genau hinsehen, ob hier nicht auch im Ergebnis sinnlose Standardsatzbausteine vom Automaten zusammengesetzt wurden.

Kommen wir noch einmal auf die gesellschaftliche Strukturrelevanz zurück. Unsere Familie ist sehr aktiv. Wir ärgern uns zwar, aber können die Unterhaltungsausfälle kompensieren.
Anders sieht es mit den Verlierern der digitalen Transformation aus. Von Armut betroffenen insbesondere Arbeitslosen, Rentnern, Alleinerziehenden und deren Kindern bleibt oft als einzige finanzierbare Unterhaltung Internet und Fernsehen.
Diese Zielgruppe kann sich nicht richtig wehren. Der wehrlose Bürger wird aber immer mehr zum Wutbürger.

Es würde mich deshalb nicht wundern, wenn in nächster Zeit eine Studie einen Zusammenhang zwischen rückläufigem Service im Onlinebereich und der Zunahme der Wähler von populistischen Parteien herstellen würde.

getTIME.net GMBH mit Trusted WEB 4.0 Portfolio sucht Käufer

Zum 1.12.2014 wurde im Rahmen einer „Selbstverbrennung“ der Geschäftsbetrieb der getTIME.net Gesellschaft für Prozessoptimierung mbH ohne finanzielle Not eingestellt und die Liquidation eingeleitet.

Warum haben die Gesellschafter von getTIME.net die Liquidation eingeleitet?
Der Grund lag im fehlenden öffentlichen Interesse an einem sicheren Internet – von getTIME.net Trusted WEB 4.0 genannt – begleitet von aggressiven Cyberattacken von Unbekannt. Der Social Media Buster getmysense , und getmysense Fanpage konnte nur mit erheblichem Aufwand online gehalten werden, wie wir mehrfach in diesem Blog berichteten, siehe hierzu http://blog.get-primus.net/trusted-web-40-macht-pause/ , http://blog.get-primus.net/heftige-attacken-gegen-trusted-web-40/ , http://blog.get-primus.net/die-uberwachung-der-us-regierung-sind-unser-kleinstes-problem/ .

Zahlen und Fakten zu getTIME.net
Die getTIME.net GmbH ist weitgehend abgewickelt. Als einzige Gläubiger gibt es noch die Gesellschafter mit ca. 300.000,- € Forderung bei 90.000,- € Stammkapital. Auf der Habenseite stehen nachweislich über 60.000 Entwicklungsstunden für Trusted WEB 4.0 Projekte. Die einzelnen heute noch aktivierbaren Projekte finden Sie unter Projekte .
Die Liquidierungsphase wird solange aufrechterhalten werden, bis endlich die Einsicht in ein sicheres Trusted WEB 4.0 am Markt vorhanden ist. In dieser Zeit kann die getTIME.net GmbH reaktiviert oder fusioniert werden.

Was hat sich an der Situation geändert?
Gemäß einer von Das Wissenschaftszentrum Berlin, Infas und DIE ZEIT in 2016 veröffentlichten Vermächtnisstudie fürchten die Menschen mehr als Krieg, kein selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Der EU Präsident Martin Schulz und andere wichtige Persönlichkeiten haben den Vorschlag für eine Charta der Digitalen Grundrechte in der Europäischen Union unterzeichnet.
Der vom Gründer der getTIME.net GmbH herausgebrachte Bauplan für die digitale Gesellschaft findet großes Interesse. Hierin sind viele Projektentwicklungen der getTIME.net GmbH beschrieben.
Mit vollautomatischen Algorithmen ausgestattete Systeme wie Facebook und Google stoßen an ihre Grenzen. Wahlmanipulationen und Hasspredigten gefährden die Demokratie.

Was bietet getTIME.net einem Käufer?
Das getTIME.net Portfolio bietet eine Vielzahl von kurzfristig reaktivierbaren Pilotprojekten und Projektideen, die wesentlich schneller zur Marktreife gebracht werden können, als Neuentwicklungen. Umfangreiche Projektdokumentationen stehen zur Verfügung.
Wer in Zukunft nicht mehr will, dass Wahlen manipuliert werden und Hass sich ungehindert verbreiten kann, benötigt ein System wie getmysense , in dem anonym ohne Massendatenspeicherung kommuniziert werden kann. Im Einzelfall und nach richterlicher Verfügung, kann genau nachverfolgt werden, wer was gesagt hat. Jenseits des „Like it“ Button kann man bei getmysense anonym seine Reputation über qualifizierte Kommentare aufbauen. Andere aus dem gleichen Interessensbereich beobachten solche Kommentare genau. Das Ganze ist vergleichbar mit dem vordigitalen Stammtisch. Gleichzeitig kann der Nutzer die so geprüften Daten an Facebook, Twitter und andere automatisch distribuieren. Da getmysense dezentral aufgebaut ist, könnten sogar einzelne Interessensbereiche / Regionen wahlweise von lokalen Communities verwaltet werden. Hierbei wäre ein Entgleisen, wie es bei allen mit automatischen Algorithmen ausgestatteten Systemen möglich ist, weitgehend ausgeschossen. Trotzdem wären global alle Communities über einen zentralen Sucheinstieg zu finden.

Was wird von einem Käufer erwartet?
Die Mehrheitsanteile der Gesellschafter können bei Übernahme entsprechender Anteile an den Gesellschafterdarlehen und dem Stammkapital übernommen werden.
Ein Käufer sollte die Idee für eine globale Vermarktungsstrategie mitbringen mit der Perspektive, dass die geleisteten Vorarbeiten mit Gewinn refinanziert werden.
Der bisherige Geschäftsführer Olaf Berberich steht nicht zur Geschäftsführung zur Verfügung, da er sich ganz dem Aufbau von GISAD und GADT widmen wird. Jedoch ist eine intensive Projektbegleitung durch GISAD möglich.

Interessenten nehmen bitte Kontakt auf mit

getTIME.net GmbH
Postfach 100852
47708 Krefeld
Tel. 02151-787925

Updates verhindern die Datensicherheit – Wir brauchen ein Nutzer angepasstes System!

Fast täglich lesen wir von neuen Cyberattacken, neuerdings auch auf unsere Smart Home Geräte, siehe hierzu In den USA wird Donald Trump Präsident, Finnen frieren wegen gehackten Heizungen und Nannybot greift Kleinkind an! .
In diesem Zusammenhang wird meist der Nutzer als Schuldiger identifiziert. Der hat es natürlich wieder versäumt, sein Passwort zu ändern oder ein aktuelles Update zu installieren. Menschliches Versagen gilt allgemein als die Hauptursache für erfolgreiche Cyberattacken.

Es ist an der Zeit, diese Situation einmal objektiv aus der Sicht eines Konsumenten zu betrachten. Die Internetindustrie überzeugt uns täglich davon, neue Devices und Apps anzuschaffen, überall einzigartige Passwörter zu vergeben und alles auf dem Laufenden zu halten. Konsumenten sind nicht dumm, sondern machen bewusst oder unterbewusst ihre eigene Kosten-Nutzen Rechnung. Jeder erinnert sich daran, wenn er einmal wegen eines sicheren, aber vergessenen Passworts an seine Daten nicht mehr heran kam. Wenn Daten abfließen oder Geräte sich in Botnetze verbinden, bekommt ein Konsument hiervon im Zweifel erst einmal gar nichts mit.
Wie man das Passwort-Dilemma beseitigen kann, habe ich im Trusted WEB 4.0 Bauplan für die digitale Gesellschaft beschrieben.

Inzwischen gibt es allerdings ein weitaus größeres Problem, eben das mit den Updates. Ich bin kein üblicher Konsument, sondern ich betreibe mehrere WEB-Seiten und warte ein Intranet mit mehreren Subnetzen selbst, und das seit vielen Jahren.
Aktuell stelle ich eine Entwicklung fest, die ich für höchst bedenklich halte! Unternehmen haben ihre Updatekonzepte nicht mehr im Griff. Updates funktionieren gar nicht oder bereiten sogar Probleme. Oft wird Hardware mit einem mehrere Jahre alten Softwarestatus verkauft. Der Kunde kann ja schließlich Updates installieren.

Hier einige meiner Erfahrungen der letzten Monate:

1. In der Cloud

  • Bei Updates der Module in Prestashop – einer Standardsoftware für die Erstellung von Onlineshops – wurde die entscheidende JS-Datei (Programmdatei) gelöscht. Der gesamte Shop war im Internet nicht mehr erreichbar. Nur weil ich neben der Datenbank auch den Shop gesichert hatte und mich in der Programmiersystematik des Shops ein wenig auskenne, konnte ich den Shop wieder herstellen.
  • In WordPress sollte ich das Standard Themes aktualisieren. Die Aktualisierung war nicht erfolgreich. Ich habe darauf verzichtet.

2. Mein Android-Tablet

  • Mehrere Monate bekomme ich die Meldung angezeigt, dass das Tablet ein Systemupdate installieren möchte. Wenn ich auf die entsprechende Meldung klickte, geht es nicht weiter. Eine Fehlermeldung gibt es nicht. Ich habe einfach keine Zeit, mich weiter auch noch hierum zu kümmern! Es ist nicht sicherheitsrelevant, da ich das Tablet nur selten benutze und es nur in einem Gastnetz eingebunden ist.

3. Im Smart Home Bereich

  • Der Wechselrichter für die neue Photovoltaikanlage forderte direkt nach der Installation ein Update. Beim Versuch dieses zu installieren, kam eine Fehlermeldung. Ich habe auf ein Update verzichtet und dem Wechselrichter die Internetverbindung gekappt. Immer mehr Anbieter bietet zusätzliche Analysetools auf ihrer Homepage an. Für Tools, welche für den Regelbetrieb nicht nötig sind, riskiert man eine offene Tür für Angreifer.
  • Ich habe diverse Schaltaktoren von namhaften Herstellern installiert. Gleiche Aktoren verhielten sich unterschiedlich, weil sie unterschiedliche Softwareversionen aufwiesen. Alle wurden zur gleichen Zeit direkt vom Hersteller gekauft.
  • Mehrere Tage habe ich gekämpft, weil ich immer wieder sieben Devices auf Werkseinstellung zurücksetzen musste. Jedes mal, wenn ich ein Passwort vergeben hatte, kam ich nicht mehr ins System. Nach einer Woche konnte ich ein neues Update installieren, welches den Fehler behob. Hätte ich auf automatische Updates gestellt, hätte ich an meinem Verstand gezweifelt, weil ich die Patch-Meldung der Fehlerbehebung nicht gesehen hätte. Ich habe jetzt alle Systeme auf einem gleichen funktionierenden Stand. Weitere Updates lasse ich nicht zu. Eine Verbindung zum Internet wird nur im Notfall aufgebaut.

Im Ergebnis werden Betatests auf einige Kunden mit Know-how verlagert und je nach Anzahl der Beschwerden nachgebessert. Beim Nutzer entstehen so immer mehr offene Türen.

Wenn wir ein sicheres Internet haben wollen, dann brauchen wir nicht eine Billion Devices mit einer Billion möglichst verschiedener Passwörter und unterschiedlichem Updatestatus, sondern wir brauchen ein Konzept zur einfachen Authentifizierung, wie in meinem Buch vorgeschlagen.
Wir brauchen zudem eine Verpflichtung aller Unternehmen, ihre Geräte alle mit der gleichen, getesteten Softwareversion auszuliefern.
Ein Konzept mit permanenter Updatemöglichkeit bietet für die Hersteller kurzfristig erhebliche Rationalisierungs- und Kostenvorteile. Der Kunde wird sich verärgert jedoch weiteren Systemkäufen verweigern, wenn ihm die Menge der bereits eingesetzten Systeme als nicht beherrschbar erscheint. In der Regel gibt der Kunde zudem bei seinen vorhandenen Systemen auf und kümmert sich nicht mehr um seine durch ihn nicht erreichbare Sicherheit.

Hersteller müssen ihre Innovationszyklen verlangsamen und die Geräte so weit möglich entnetzen. Damit wird die Lebensqualität der Nutzer steigen und nicht sinken. Die Wertschöpfung der Hersteller wird nachhaltig erfolgreicher werden. Markterschließungskosten werden gesenkt werden, wenn die Kundenzufriedenheit und damit die Akzeptanz der Produkte gesteigert werden kann. Menschliches Versagen wird da ausgeschlossen, wo Systeme fehler- und wartungsfrei funktionieren.
Es gibt eine Wettbewerbsspirale der immer kürzeren Innovationszyklen von halbfertigen Produkten.

Konsumenten, die in Zukunft nicht der Technik absolut ausgeliefert sein wollen, brauchen eine Stimme. Deshalb treiben wir den Aufbau von www.gisad.eu und www.gadt.eu voran.
Nur wenn der Konsument seine Bedürfnisse artikuliert, wird sich bei den Herstellern etwas ändern!

Frohe Weihnachten und Mut zur Selbstbestimmung im Jahr 2014

Liebe Leser,

gestern gab es die letzte Leseprobe zu meinem Manuskript 6/11.

Zu Weihnachten möchte ich Ihnen einen neuen Punkt in ihrer Prioritätenliste schenken.
Sie sind mit diesem Jahr zufrieden? Die Wirtschaft hat gebrummt. So soll es auch bleiben.

Am Rande haben Sie von diesem Snowden und diesem Abhörskandal gehört, genau so wie von Überschwemmungen und Stürmen. Sie betraf das nicht, weil Sie in einem Haus mit starken Mauern und einem guten Dach leben.
Und sollte es doch einmal hereinregnen, gibt es Handwerker, die es richten und eine Versicherung, die es bezahlt.
Sie sind kein Statiker und doch wissen Sie genau, wie ein Haus aussehen muss, das Sie vor Sturm und Regen beschützt.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie sitzen mitten auf einer Wiese im Regen. Sie können sich nicht vorstellen, was ein Haus ist. Permanent kommen Leute zu Ihnen und sagen Ihnen, Sie sollen das eine oder andere tun. Sie trauen diesen Leuten nicht, denn andere Leute haben Ihnen gesagt, diese Leute wollen nur Ihr Geld haben.
Da werden Sie doch lieber nass und riskieren eine Grippe.

Mit der derzeitigen Situation durch Abhören und Onlinemanipulationen verhält es sich genau so. Nur, Sie holen sich keine Grippe, sondern eine schlimme Genkrankheit, die Sie an Generationen Ihrer Nachfahren vererben werden.

Ihr Land hat bereits einen Krieg verloren, ohne überhaupt gemerkt zu haben, dass es ihn gegeben hat. So wie jedes Land in der Geschichte, dessen komplette Kommunikation abgehört wird, ist Ihr Land besetzt.
Es hilft nur noch der organisierte Widerstand. Hierfür braucht man Mut und Verständnis.

Mut ist bei uns derzeit Mangelware. Ausgerechnet aus den USA müssen wir uns von einem Bundesrichter zeigen lassen, wie Mut funktioniert, siehe http://www.infranken.de/ueberregional/NSA-Datensammelwut-war-gegen-US-Verfassung;art55462,595244 .

Ich vertraue auf Ihren Mut, wenn das Verständnis da ist.
Viel zu wenig wird aus meiner Sicht derzeit getan, damit Sie als Laie verstehen, welche Wände und welches Dach Sie brauchen, um sich vor den Bedrohungen des Internets zu schützen.

Ich verstehe, dass Sie hierzu Ihre wenige Freizeit opfern müssen. Aus diesem Grund biete ich Ihnen kein Fachbuch zu diesem Thema an, sondern spannende Unterhaltung.

‚7/11 Insiderstory des Wandels in Deutschland von 1999 bis 2015’ gibt es als redigierte Hardcover-Zweitauflage im Frühjahr im Buchhandel. Hier erhalten Sie in einer fiktiver Story nur einen Schmetterlingsschlag von unserer Realität entfernt die Grundlagen dafür, um sich mit konkurierenden Internetentwicklungen kritisch auseinander setzen zu können.

‚6/11 Global Spy Pact Quadrilla X 2013 bis 2020’ gibt Ihnen einen Überblick, was es für Sie und Ihre Kinder, für Ihre Selbstbestimmung, aber auch für Ihr Vermögen und jegliche Berechenbarkeit Ihrer Zukunft bedeutet, wenn Sie nicht als Konsument das Bedürfnis definieren, wie Ihr sicheres Haus in der Onlinewelt aussehen muss.

‚Bis März 2014 schreibe ich ‚5/11 Der globale WEB-Widerstand’. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt, eine sichere Onlinewelt zu bauen. Die Onlinehäuser können so gebaut werden, dass Sie bewerten und kontrollieren können, ob die Wände dick genug gegen den Sturm und das Dach dicht gegen den Regen ist.

Auch diese Bücher werden noch in 2014 erscheinen. Ich schreibe derzeit so schnell, dass ich die Verlage massiv unter Zeitdruck setze, mit der Erstellung und Markteinführung der Manuskripte in Form von professionellen Büchern nachzukommen.

Ich verstehe mich nicht nur als Autor, sondern bewerbe mich als ernsthafter Ideengeber mit meinen Patentanmeldungen beim Deutschen IT-Sicherheitspreis 2014.

2014 wird das Schicksalsjahr unserer Demokratie und Verfassungsrechte. Wir können nach Snowden nicht mehr sagen, dass wir keine Krankheit bekommen, wenn wir im Online-Regen bleiben.
Nach meinen Büchern können Sie nicht mehr sagen, dass die Dinge zu komplex und global sind, um etwas zu ändern. Die globalisierte Wirschaft und die global gebundenen Politikern werden Ihnen keine sicheren Onlinehäuser bauen. Nur wenn Sie als Konsument Ihrer TO-DO-Liste für das neue Jahr ‚Verständnis eines Trusted WEB 4.0’ als Priorität hinzufügen, sind Sie für die Zukunft gerüstet.

Ihr Olaf Berberich

6/11 Global Spy Pact Quadrilla X – ab 18.11.2013 auf diesem Blog

6/11 ist die Fortsetzung von 7/11.

Seit 1999 hat die in der in 7/11 geschilderten Realität die Welt mit kleinen Änderungen als fiktive Realität entwickelt.
7/11, auch die „Englische Krise“ genannt, ist ein Anschlag, der 2011 die Vormachtstellung der USA geschwächt hat. Das deutsche FINDERS Konsortium ist hierin weltweit erfolgreich mit einem Trusted WEB 4.0, siehe auch http://blog.get-primus.net/?cat=22

7/11 zeigt ein Szenario, wo Deutschland heute stände, wenn meine seit 1999 angemeldeten Patentideen umgesetzt worden wären.
So werden Sie einiges im aktuellen Buch nur verstehen, wenn Sie 7/11 gelesen haben. Aber 6/11 ist eine eigenständige Geschichte.

6/11 zeigt, dass in einem Zeitalter der zentralisierten Datenhaltung das Trusted WEB 4.0 weiterentwickelt werden muss. Aber das FINDERS Konsortium ist zu groß und unflexibel geworden.
Weltweit greifen die Dienste zur Macht. Wissen ist Macht. Wer alles abhört, beherrscht alles.

Lesen Sie in diesem Buch, warum es Sie ganz persönlich angeht, abgehört zu werden.

Die Geschichte beginnt 2013 und endet 2020. Sie ist also fiktiv. Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen wären rein zufällig. Trotzdem gibt es autobiografische Analogien, die ich auf die zukünftige Handlung übertragen habe.

Dass Politiker, Juristen und IT-Spezialisten von den Abhörskandalen überrascht werden, liegt an der Komplexität des Themas.

Nur mit einem interdisziplinären Ansatz, wie ihn diese fiktive Story bietet, besteht überhaupt die Möglichkeit, einem Laien einfach begreiflich zu machen, welche Dimension dieses Thema hat.

Sie haben zwei Möglichkeiten, dieses Buch zu lesen:
• Entweder Sie nutzen es als spannende Unterhaltung und lernen eine neue Sichtweise des Abhörskandals kennen. Dann werden einige technischen Details sperrig auf Sie wirken. Diese Details sind nicht unbedingt Vorrausetzung, um die Handlung zu verstehen, jedoch wichtig für eine detailgetreue Schilderung eines realistischen Szenarios.
• Oder Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Thema. Viele in dem Buch geschilderte Handlungen haben sich ereignet oder könnten sich so ähnlich auch in Ihrer Realität ereignet haben.
Suchen Sie im Internet nach ähnlichen Ereignissen, technischen Vorraussetzungen und Gerichtsurteilen. Ich habe zu Ereignissen den Flügelschlag eines Schmetterlings von der Realität entfernt in meinem Buch die Hintergründe geschildert.

Hiermit gebe ich Ihnen die Möglichkeit, alles was Sie erleben und erfahren, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Für die IT-Sicherheitsindustrie beginnt nach Snowden eine neue Area

In meinem Sommerurlaub auf einem Boot in den Masuren erreichten mich weiterhin die täglichen RSS-Feeds.
Wenn man mit großem Abstand zur täglichen Arbeit die aktuellen Feeds liest, dann kommt man leicht auf die Idee, die hier geschilderte Realität mit der Fiktion eines Buches zu verwechseln. Zu absurd erscheint das Ganze.
Was die einen aufdecken, leugnen die anderen. Doch maximal die Symptome werden besprochen, nicht die Krankheit selbst. Die Krankheit heißt „völliger Vertrauensverlust und Orientierungslosigkeit“ für jeden von uns, aber auch gerade bei denen, die es eigentlich richten sollten. Die Krankheit frisst unsere Gesellschaft mit ihren demokratischen Errungenschaften auf und es scheint kein Medikament dagegen zu geben.

Kundengewinnung, Kommunikation, Vertrauen, SEO, Synergien!

Die IT-Sicherheitsindustrie hat viele Jahre gut von den Sicherheitsproblemen profitiert, die andere geschaffen haben und die Nutzer Glauben gemacht, dass ihre Technologie den Nutzer schützt.

Heute steht fest, dass Länder übergreifend Verwaltungen sich verselbständigt haben und unrechtmäßig auf Sicherheitsunternehmen Einfluss genommen haben. Die Politiker sind machtlos und hoffen die Probleme auszusitzen, siehe auch http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/cyber-angriffe-so-gefaehrdet-die-nsa-die-internet-sicherheit-a-919759.html.

Ich habe mich im Urlaub beobachtet und selbst ich, der ich mich sehr intensiv mit diesen Themen beschäftige, musste eine Reizüberflutung bei mir feststellen. Schon wieder NSA. Schon wieder Snowden und, und, und. Das Aussitzen wird funktionieren. Irgendwann kann niemand mehr hören, was spätestens dann alle glauben zu wissen: „Es gibt keine sicheren Systeme und ich kann überall abgehört werden“.

Wenn wir unser Justizsystem sehen, dann werden Sachdelikte heute oft härter bestraft, als Personendelikte. Unser Eigentum scheint uns also wichtiger zu sein, als Menschen.
Das scheint jedoch nicht für unser geistiges Eigentum zu gelten. Wir sind stolz darauf – noch – Innovationsweltmeister zu sein. Aber wie lange werden wir von der Wertschöpfung unserer Innovationen profitieren, wenn alle Ideen bereits im frühen Entwicklungsstadium öffentlich zugänglich sind?

Es geht nicht um technische Sicherheits-Lösungen, welche man von einem bestimmten Anbieter kaufen könnte, sondern es geht darum, wirtschaftliche und politische Abhängigkeiten zu entwirren und die Wertschöpfung so neu zu ordnen, dass klar die Sicherheits-Interessen von Unternehmen und Konsumenten bestimmt und für diese erfüllt werden können.

Konsumenten und Unternehmen werden künftig in IT-Sicherheitsthemen immer konservativer und das bedeutet in Konsequenz, dass sie ihre Etats für unnütze Sicherheitsprodukte reduzieren und keiner Versprechung mehr glauben.

Folgende Forderungen liegen für mich nahe:

• IT-Sicherheitsunternehmen, welche als Referenzen Behörden angeben, sind nicht geeignet, Lösungen für Unternehmen und Konsumenten anzubieten. Zumindest müssen diese Bereiche in einzelne unabhängige Profit-Center ausgelagert werden. So wundert sich der Bundesverband IT-Sicherheit e.V. warum Verschlüsselungsalgorithmen benutzt werden, welche die NSA entschlüsseln kann und nicht z.B. ‚AES 256 Bit‘, das als nicht knackbar gilt.
• Die Entscheidungshoheit über den entsprechenden öffentlichen IT-Prozess muss in die Hand der Konsumenten gelegt werden. Damit sind alle Bereiche des Internets gemeint. Hierzu muss es einen Etat geben, welcher direkt vom Konsumenten beeinflusst werde kann.

Würde jeder monatlich über Eintausendstel des BIP (welches in seine Land je Kopf erwirtschaftet wird) für die Verwendung in eine Trusted IT-Infrastruktur entscheiden können, so hätte hierdurch eine IT-Industrie mit strengen überprüfbaren Selbstverpflichtungen die Möglichkeit, ein wirklich sicheres Internet aufzubauen. Alle Bereiche von Mail über Surfen bis zum Telefon könnten sicher werden.

Der Etat könnte z.B. durch die Krankenkassen bereit gestellt werden. Denn würde man die Auswirkungen der Aufgabe der Eigenbestimmung, das Gefühl des Ausgeliefertseins etc. auf das Wohlbefinden von Patienten übertragen, so würde man signifikante Zusammenhänge zwischen den stark zunehmenden Burnouts und Depressionserkrankungen mit erheblichen Kostensteigerungen und der sich getrieben durch die Onlineentwicklung immer schneller entmenschlichenden Gesellschaft feststellen. Diese vermeidbaren Gesundheitskosten könnten gegen die präventiven Infrastrukturkosten aufgerechnet werden.

Um diesem komplexen Thema gerecht zu werden, habe ich mich entschlossen, ein weiteres Buch mit dem Arbeitstitel „6/11 – Insiderstory über die Weltsteuerungs-Quadrilla 2013-2020“ zu schreiben, in der Hoffnung, dass jeder versteht, welche Konsequenzen es für jeden einzelnen hat, wenn wir jetzt nicht um einen Etat zur Selbstbestimmung unserer IT-Infratruktur kämpfen. Ich möchte konkret aufzuzeigen, wie technisch und betriebswirtschaftlich weltweit Möglichkeiten geschaffen werden könnten, geistiges Eigentum zu schützen.

Olaf Berberich