6/11 QX – Insel im Jezioro Kisajno, Di, 27. August 2013

Obwohl es nachts bis zu 9 Grad kalt wurde, machten sie letzte Nacht die Dieselheizung nicht an. Die Position des Bootes gestattet es der aufgehenden Sonne bereits früh, das Boot zu erwärmen.

Um 8.00 ist es in der Kabine schon angenehm warm. Michail steht als erster auf und springt mit einem lauten Prusten für ein kaltes Bad in den See. Ai folgt ihm und steigt langsam über die Badeleiter ins Wasser.
Nach kurzer Zeit ist ihr schon zu kalt und sie steigt wieder heraus und macht Kaffee für alle.

Ai steht nicht als erste in der Küche weil sie eine Frau ist – sie würde niemals auf die Idee kommen, die Männer zu bedienen.
Es ist einfach praktisch so, weil ihr chinesisches Frühstück mit Suppe und Maultaschen einfach länger dauert, als das Frühstück der anderen. Dann macht sich Michail seine Soljanka. Anschließend schlägt Conor sich mehrere Eier mit Speck in die Pfanne. Udo bereitet sich während dessen ein umfangrei-ches Müsli vor. Der kleine Bootskühlschrank reicht für die vielen Lebensmittel nicht aus. In der Backbordbackskiste wurde hierfür extra vom Vercharterer ein zweiter externer Kühlschrank zur Verfügung gestellt.

Sie treffen sich jetzt bereits zum 8. Mal auf einem Boot. Jedes Mal woanders, mal in Kroatien, mal in Thailand, mal auf der Müritz. Es ist immer noch am ein-fachsten, mit dem Boot einsame Stellen zu finden und unbeobachtet zu sein.

Die Quadrilla soll entscheiden, wer gefördert oder ausgeschaltet werden soll.

Diese Vorschlagslisten wurden weitgehend automatisch durch die Filterung von Daten erstellt. Dabei wurde nicht nur das Profil der jeweilige Person, sondern auch das Umfeld der Person berücksichtigt.
Automatisch war in mehreren Simulationen durchgerechnet worden, mit wel-cher Wahrscheinlichkeit und wie das Umfeld, bestehend aus Freunden, Kon-takten, Lieferanten, Behörden, etc. benutzt werden kann, um möglichst unauf-fällig auf die jeweilige Person Einfluss zu nehmen.
Weitere Simulationen hatten sich damit beschäftigt, welchen Einfluss diese Person auf Wirtschaft und Gesellschaft nehmen würde, wenn die Quadrilla nicht eingriff.
Zwischen den Treffen waren drei Wochen lang Fußballfeld große Rechenzent-ren der Dienste nur damit beschäftigt, die für die Veränderung der Entwicklung der einzelnen Staaten relevanten Personen herauszufiltern und in die Vor-schlagslisten mit dem Vermerk, diese zu fördern oder sie zu behindern, einzu-tragen.

Sobald eine Person von der Quadrilla aus einer dieser Listen ausgesucht worden war, sprach man nur noch von QX-Plus für Fördern und QX-Minus für Vernichten.

Die Vorschlagslisten stehen den vier QX-Mitgliedern bereits seit einer Woche zur Verfügung. Jeder hat sich seine eigene Favoritenliste erstellt. Grundlage sind viele Gespräche mit Geschäftsfreunden, in Vorstandssitzungen und Auf-sichtsratssitzungen. Jedes QX Mitglied hat zahlreiche Mandate wahrzunehmen. Hinzu kommen Bankette, in denen Politiker und Lobbyisten scheinbar zufällig ihre Nähe suchen.

Conor unterstellt man noch immer einen erheblichen Einfluss auf den amerikanischen Senat und er verfügt über ein ausgezeichnetes Netzwerk zu den ame-rikanischen Diensten und den restlichen Diensten der ehemals westlichen Welt.
Der am 13. November 2001 noch von Präsident Bush verabschiedete PATRIOT Act ( Providing Appropriate Tools Required to Intercept and Obstruct Terrorism) wurde in den folgenden Jahren ständig verändert.
Der erst zeitweise zur Verhinderung eines erneuten 9/11 eingeführte Act wurde schließlich auf unbeschränkte Zeit verlängert.
Am 15. Dezember 2011 wurde der Act weiter verschärft. Man konnte die Flucht von den Unternehmen, an denen Gooday beteiligt war, nach 7/11 zwar nicht verhindern, jedoch viele Know How Träger wollten nicht nach China umziehen. Deshalb verfügte der US-Senat, dass Unternehmen, welche Patente, die zuerst in den USA angemeldet wurden, verwenden oder Mitarbeiter beschäftigen, die eine Immobilie in den USA besitzen oder sich mehr als 4 Wochen im Jahr in den USA aufhalten, ebenfalls unter den Patriot Act fallen.

Diese Unternehmen müssen sich weiterhin verpflichten, in den USA entwickelte Betriebssysteme und hergestellte Hardware in ihren Rechenzentren einzusetzen. Nur hierdurch gelang es den USA, nach der viele Jahre dauernden Wirtschaftskrise, nicht in die völlige Bedeutungslosigkeit zu versinken. Conor hatte schon 2009 entsprechende Finanzmittel durchgesetzt, um alle Betriebssysteme wie Linux und Microsoft, Apple und Android mit für die NSA ständig erreichbaren Hintertüren zu versehen.

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