Rückblick auf das Jahr 2010, Kapitel 33, Teil II

Kritiker beschuldigten Gooday, das Ende des amerikanischen Traums „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ eingeläutet zu haben. Durch das den Geldgebern mitgeteilte Risikoranking hatten Existenzgründer fast keine Chance mehr, an Risikokapital zu kommen. Der Risikorank korrelierte mit der Höhe der Zinsen. Existenzgründer mussten Zinsen von 20 % und mehr zahlen, während große Händler – gleichzeitig große Werbekunden der Gooday Suchmaschine – einen guten Risikorank und Zinskonditionen von 5 % erhielten. Vielfalt wurde durch gerankte Massenware ersetzt. Die USA rutschte auf dem weltweiten Innovationsindex von einem der ersten Plätze ganz nach hinten.
Die einzige Ausnahme bildeten Unternehmen, welche durch den internen Gooday-Rank als innovativ eingestuft wurden. An diesen beteiligte sich Gooday-Invest. Benötigte man zusätzliches Kapital, sprach Googay entweder seine VIP-Geldgeber oder seine VIP-Unternehmer direkt an. Schließlich wusste Gooday genau, wer Geld hatte.
Im März hatte es für Aufregung gesorgt, als Gooday das erste Touristikportal anbot, in das Hotels und Anbieter von Touren weltweit direkt ihre Angebote einstellen konnten.
Wenige Monate später wurde ein Flugportal aufgebaut, in dem alle Fluglinien weltweit über eine Flugsuchmaschine gebucht werden konnten.
Auch kaufte Gooday die marktführenden Spieleanbieter.
Dann folgte ein weltweites Automarktportal, in dem insbesondere gebrauchte Autos der Industrieländer in ärmere Länder verkauft wurden.
Gooday und DHL als Teil des FINDERS-Konsortiums lieferten sich einen gnadenlosen Kampf, um die weltweit in die Insolvenz gehenden Logistikunternehmen. 2010 war der Weltmarkt weitgehend unter den beiden Playern aufgeteilt. Die globalen Lieferketten funktionierten wieder einwandfrei.
Firmen, welche direkt in Asien produzierten und nur online anboten, hatten Hochkonjunktur. Diese Firmen unterboten mit unglaublich günstigen Preisen alle Konkurrenten. Sie erreichten so meist in unglaublicher Geschwindigkeit ein Gooday-Rank von über 6.

In der im englischen Sprachraum mit 90 % Marktanteil dominierenden Suchmaschine Gooday fand man bei entsprechender Suchanfrage weder die Information, wie viele Firmen je Branche zu den Gewinnern gehörten, noch, ob Gooday Anteile an diesen Firmen hielt.
Der Börsenwert von Ebay sackte auf ein Allzeittief.
Im Neugeschäft musste Ebay gerade bei den margenstärksten Produkten erhebliche Einbußen hinnehmen. Nach einem Führungswechsel besann sich Ebay wieder auf sein Ursprungsgeschäft und versteigerte nur noch Antiquitäten, Kunst und Sammlerartikel. Hierfür kaufte Ebay viele Auktionshäuser wie z.B. Christie’s und Sotheby’s aus der noch immer gefüllten Kriegskasse.
Die neuen IPv6-Adressen wurden zum Standard und jedem Gerät wurde eine feste IP-Adresse zugeordnet. Auch wurde ab sofort jedes Telefon, jedes Radio und jeder Fernseher mit eigener IP-Adresse ausgeliefert. Später sollten alle Geräte – auch z.B. Kühlschränke – nur noch mit eigener IP-Adresse ausgeliefert werden

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