Flugverbot – Stresstest für die Echtzeitsuche

Am Donnerstag, den 15.4.2010 wollte ich um 20.00 Uhr nach Dubrovnik fliegen.

Gegen 11.00 Uhr morgens wurde ich über meinen in Windows Vista laufenden Spiegel-Ticker über die möglichen Auswirkungen der isländisches Flugwolke auf den Flugverkehr informiert.
Da ich aus Krefeld immerhin 90 min. Zugfahrt zum Flughafen Köln-Bonn auf mich nehmen musste, war ich natürlich interessiert, möglichst früh eine Einschätzung zu erhalten, ob der Flug pünktlich starten würde oder nicht.

Ich beschloss mich sowohl bei offiziellen Quellen zu informieren, als auch über die Echtzeitsuche von Google weitere Informationen zu erhalten.
Als offizielle Quellen schaltete ich WDR-Köln auf dem Fernseher an und Einslive als Radiosender. Nach zwei Stunden schaltete ich das Fernsehen wieder ab, weil hier nicht einmal ein Newsticker unter dem normalen Programm erschien. Einslive berichtete genauso regelmäßig wie widersprüchlich. Erst hieß es, es werde für Teile von Deutschland um 14.00 Uhr ein Flugverbot geben. Obwohl dies nicht näher erläutert wurde, konnte man annehmen, dass hier insbesondere der Norden gemeint war, schließlich war die Wolke in Skandinavien schon angekommen. 14.00 Uhr verging, 15.00 Uhr verging, dann gab es eine Meldung dass die Wolke möglicherweise gegen 20.00 Uhr die deutsche Grenze erreichen würde.

Parallel versuchte ich mehrmals Informationen über das Internet zu erhalten. Bei Google gab es keine nennenswerten, schon gar nicht aktuelle Ergebnisse zu diesem Thema, obwohl ich eine ganze Reihe von Suchworten eingab.
Der Spiegel lieferte zwar ausführliche Hintergrundinformationen, aber gab gemäß dem Anspruch an seriösen Journalismus keine Mutmaßungen heraus.
Weitergeholfen hat mir die Homepage von Yahoo. Hier habe ich immerhin eine Liste mit Meldungen gefunden, unter anderem das Statement einer Island-Offiziellen, „der Vulkanausbruch könne noch Tage dauern oder auch Jahre“.
Was fehlte war eine halbwegs verlässliche Einschätzung, aus der ich hätte entnehmen können, wann die Wolke ca. wo ankommen würde.

Dann hätte ich mich um 17.30 Uhr nicht in den Zug zum Köln-Bonn Flughafen gesetzt und hätte wahrscheinlich wie viele anderen nicht zum Chaos beigetragen. 6 Stunden stressiger Irrfahrt hätte ich mir erspart.
Trotz Web 2.0, trotz Twitter und trotz weltweiter Echtzeitvernetzung ist mir kein Instrument bekannt, welches unabhängig von offiziellen Stellen zum Beispiel durch inoffizielle Statements Einzelne in die Lage versetzt sich auf veränderte Situationen einzustellen.

Ohne große Probleme checkte ich in meinen Flug ein. Um 20.10 Uhr wurde die Verlegung des Starts auf 20.45 Uhr angezeigt. Um 20.30 Uhr wurde uns mitgeteilt, dass der Flughafen gesperrt sei. Wir wurden an den Checkin gebeten, um unseren Flug umzubuchen.
Auch hier schien man in keiner Weise über die knappe Mitteilung der Flughafensperrung hinausgehende Informationen erhalten zu haben. Man bot für Mallorca-Reisende die Umbuchung für einen Flug am nächsten Morgen ab Dortmund an. Wiederum wurde unnötig Chaos produziert.

Obwohl im Prinzip jeder in der Lage ist, jederzeit sein Know How allen in Echtzeit zur Verfügung zu stellen, lassen sich aktuelle inoffizielle Meldungen und Meinungen nur dann verarbeiten, wenn erst einmal ein semantisches Gerüst da ist, welches Suchanfragen zu einen Stelle verdichtet. Eine solche Verdichtung bietet der Kategorien-Scout der getTIME.net GmbH. Sowohl das Suchwort „Flugverbot“ als auch das Suchwort „Vulkanausbruch“ führen zur Kategorie „Naturkatastrophen“.

Alle Wissenschaftler sind sich einig, dass durch die Erderwärmung in Zukunft die Wetterphänomene zunehmen werden. Einen offiziellen Alarm wie ein Flugverbot auszulösen ist eine ungeheure Verantwortung, weil ein solches Verbot Kosten in mehrstelliger Millionenhöhe produziert und wird deshalb kurzfristig getroffen.
Es muss jedoch gerade auch bei sich extrem schnell verbreitenden Ereignissen im Interesse der Entscheider sein, dass sich jeder individuell möglichst früh aufgrund von präzisen Informationen im Vorfeld auf solche Ereignisse vorbereitet und so vielleicht noch größere Kosten vermeidet, weil er sich richtig verhält. Suchmaschinen wie Google scheinen hier nicht die richtigen Quellen zu sein, weil bei aktuellen Ereignissen noch keine Grundlagendaten für eine Ranking relevante Information vorliegen. Professionelle Journalisten gefährden ihren Ruf, wenn sie zu viel und zu schnell spekulieren, helfen hier also auch nicht weiter.
Das einzige was hilft sind Spezialsuchmaschinen, Blogs etc., welche schnell und unkompliziert über ein System wie den Kategorien-Scout gefunden werden.

Wenn Sie selbst um 17.30 Uhr am 15.4.2010 z.B. auf einer Spezialsuchmaschine für Meteorologen oder einem Blog ausreichend informiert waren, um nicht zum Flughafen zu fahren, dann teilen Sie uns bitte dringend diesen Link mit. Wir werden diese Suchmaschine hinter unsere Kategorie „Naturkatastrophen“ legen, damit sich unsere User in Zukunft wirklich in Echtzeit einen inoffiziellen Eindruck über die Situation verschaffen können. Bitte teilen Sie uns den Link über unser
Kontaktformular mit.

Olaf Berberich

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