DSGVO – heutige Gesetze sind für die digitale Gesellschaft nicht geeignet!

Am 25. Mai 2018 tritt die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung(DSGVO) in Kraft. Vier Jahre wurde mit zahllosen Änderungsanträgen hierum gerungen. Wie alle bisherigen Gesetze baut diese auf den Verfassungen der vordigitalen Gesellschaft auf. Warum wird es der Gesetzgeber nicht schaffen, das Ziel des Datenschutzes für den Einzelnen hiermit durchzusetzen? Am Beispiel der DSGVO sei hier gezeigt, wie komplex und umfassend die Herausforderungen der Digitalisierung sind und dass die Voraussetzungen für eine wirkungsvolle Umsetzung in der digitalen Gesellschaft von Gesetzgeber nicht berücksichtigt wurden.

Meine Forderung vorneweg: Wir brauchen eine Infrastruktur für eine Digitalverfassung, damit Gesetze im digitalen Zeitalter überhaupt ihre Wirkung entfalten können!

Gemäß den Trusted WEB 4.0 Kriterien sollen die Errungenschaften der vordigitalen Demokratien die Grundlage dafür bieten, um die Rechte, Pflichten und Ziele in der digitalen demokratischen Gesellschaft zu bestimmen.
Die digitale Gesellschaft unterscheidet sich von der vordigitalen Gesellschaft dadurch, dass zunehmend autonome Systeme eingesetzt werden, deren Entscheidungsbasis nicht mehr menschlich ist. Die ausgeführten Verfahren und Algorithmen entziehen sich dem menschlichen Verständnis und zunehmend seiner Einflussnahme, so nicht besondere Vorkehrungen getroffen werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden solche Systeme im Sinne menschlicher Mehrheiten entscheiden.

Das wahrscheinlichste Zukunftsszenario auch für Deutschland ist eine totalitäre digitale Gesellschaft, vergleichbar mit dem chinesischen Social Credit System, welches bis 2020 verbindlich für jeden Chinesen eingeführt wird. Jeder erhält bei Geburt eine gewisse Punktzahl. Bei jeder Abweichung eines Bürgers von der gesellschaftlichen Norm werden Punkte abgezogen. In Zukunft wird wohl auch das digital dokumentierte Verhalten der Eltern in die Bewertung einfließen. Wer reisen, eine Familie gründen oder arbeiten will, muss eine bestimmte Zahl an Credits haben. Der Vorteil für Staaten ist die hohe wirtschaftliche Effizienz eines solchen Konzepts, welches in Bezug auf die Effizienzziele skalierbaren US-Geschäftsmodellen wie dem von Facebook entspricht. Zur Bewertung mit Social Credits ist zudem genau, wie bei der Bereitstellung von gezielter Werbung, die Erstellung eines möglichst genauen Personenprofils Voraussetzung. So bietet sich eine enge Zusammenarbeit zwischen Staaten und kommerziellen Datenverwertern an.
Von demokratischer Vielfalt geprägt, ist die heutige Rechtsprechung eher überreguliert, mit immerhin der guten Absicht, jedem Einzelfall gerecht zu werden. Für ein reines Denken in Mehrheiten ist eine solche Justiz uneffektiv. Sie spielt, wenn wir nicht sofort mit aller Kraft ein Demokratie erhaltendes Konzept für die digitale Gesellschaft entwickeln, in Zukunft keine Rolle mehr.

Auch das demokratische Rechtssystem strebt nach Verringerung von Verkehrsunfällen, einer Reduzierung der Kriminalität, etc.. Auch hier werden für Optimierungen im Promillebereich im Sinne der Mehrheit ständig weitere Einschränkungen für den Einzelnen hingenommen. Die Kosten zum Erhalt eines demokratischen Systems mit seiner Gewaltenteilung und seinen vielen Institutionen sind jedoch wesentlich höher, als die für ein über Social Credits in Kombination mit künstlicher Intelligenz gesteuertes System. Spielt nur der direkte Vergleich der Wirtschaftlichkeit eine Rolle, haben Demokratien in der digitalen Gesellschaft keine Berechtigung.
In der Vergangenheit haben Diktatoren ähnliche oder sogar höhere Kosten wie Demokratien aufbringen müssen, um ihre Macht zu erhalten. Das Social Credit System hat den Vorteil, dass es bei dem vordergründigen Diktat der Masse keinen Gegner gibt, den es zu bekämpfen lohnt. Totalitäre Staatslenker können hiermit ihre Macht ausbauen und sich wie in einer Demokratie von der Mehrheit legitimiert sehen. Ihre Interessen setzen sie hierbei durch Manipulation der Mehrheitsmeinung durch.

Die Anpassungsgeschwindigkeit eines Social Credit Systems, zum Beispiel an einen schnell auftretenden Klimawandel, ist wesentlich größer, als die in einer langsam entscheidenden Demokratie.
Ein weiterer Vorteil des Social Credit Systems ist, dass es einfach ist. Viele Menschen wollen sich nicht mit Problemen beschäftigen und lieben einfache Lösungen. Der Rechtstaat hingegen ist kompliziert. Er begünstigt zudem Know-how Träger, welche Gesetze für ihre Zwecke nutzen können.

Im konkreten Beispiel der DSGVO soll der Schutz der personenbezogenen Daten innerhalb der europäischen Union sichergestellt werden. Die DSGVO ist ein gutes Beispiel, um zu zeigen, wie die Rechtsprechung einerseits der vordigitalen Gesellschaft verhaftet bleibt und andererseits totalitäre digitale Systeme längst die Rechtsprechung konterkarieren.
Zum einen setzt die DSGVO die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen und Zustimmung zum Umfang der Datenverarbeitung voraus. Zum anderen geht die DSGVO davon aus, dass dem Einzelnen die Mittel für Datenschutz und Datensicherheit zur Verfügung stehen. Beide Voraussetzungen sind aber gerade bei der Zielgruppe der Einzelpersonen, welchen die DSGVO einen höheren Schutz bieten soll, nicht erfüllt.
Erstens besteht beim Konsumenten eine echte Entscheidungsfreiheit gerade nicht gegenüber solchen Unternehmen, welche primär durch die Gesetzgebung geregelt werden sollen. Nach dem subjektiven Eindruck des Bürgers haben viele große Unternehmen die Totalitarismusschwelle bereits überschritten. Diese definiert sich durch die Einschätzung des Konsumenten von seiner Abhängigkeit von einem Unternehmen, seinen Kosten und Möglichkeiten der Ersatzbeschaffung eines ähnliches Produktes, seiner Möglichkeit der Rückabwicklung, also zum Beispiel der Übertragbarkeit seiner Datenbeständen von einem zum anderen Anbieter und den Kosten, die er für einen Technikersatz aufbringen muss. Wer seine Studienunterlagen nur bei Facebook beziehen kann, hat keine andere Wahl, als die Datenschutzerklärung von Facebook zu akzeptieren. Facebook ist sich dieser Macht bewusst und verschärft sogar seine Datenverwertung im Rahmen der DSGVO. Mit genügend eigenen Daten versorgt, benutzt es die DSGVO als Vorwand, um die Datenhändler zu kündigen. Der Einzelne muss nun sogar die Verwendung von biometrischen Daten in Form von Gesichtserkennung akzeptieren.
Zweitens sind Datenschutz und Datensicherheit derzeit für den Einzelnen nicht mehr herstellbar. Es besteht hieran bei der aktuellen deutschen Regierung auch kein echtes Interesse. Die Analyse des Koalitionspapiers weist eher auf einen weiteren Einbau von Türen für Staatstrojaner und Ausbau der Überwachungsmaßnahmen, sowie Speicherung und Austausch von immer mehr personenbezogenen Daten hin.
Auf der Stecke bleiben werden kleine Betriebe mit fehlendem Know-how und mancher Selbständige mit von Drittanbieten eingebauten Scripts.
Sicherlich ein wenig überzeichnet, aber dem Grundsatz entsprechend, alles was vereinbart ist, ist legal, habe ich für die Trusted WEB 4.0 Seiten nun neue Datenschutzbedingungen veröffentlicht, siehe Datenschutzrichtlinien . Diese haben die berechtigte Intention, Schaden von mir fern zu halten.

Nun, die Weichen für die Zukunft sind gestellt, oder? Wer soll denn ein Interesse an einer digitalen demokratischen Gesellschaft haben? Die Antwort ist einfach: „Minderheiten“.
Im Folgenden habe ich einige Minderheiten aufgeführt. Die Liste lässt sich fast beliebig verlängern: „Kreative, Intellektuelle, Intelligente, Liberale, Künstler, Schriftsteller, Journalisten, Philosophen, Leistungssportler, Vegane, Raucher, Behinderte, Mitglieder von Religionsminderheiten, Sammler, Dieselfahrer, ethnische Minderheiten, sprachliche Minderheiten (Dialekte), sexuelle Orientierung, soziale Schichten.“ Tatsächlich kann man heute nicht wissen, welches heutige digital dokumentierte Verhalten in Zukunft bei sich verändernden Normen sanktioniert werden wird.

Für die Demokratie lässt sich argumentieren, dass die meisten großartigen Ideen, die unsere westlichen Gesellschaften historisch weitergebracht haben, von individualistischen Einzelkämpfern entwickelt und durchgesetzt wurden. Nur, ob diese Langfristperspektive bei Überlegungen, auch bei uns schon vorhandene Scorewerte zu einem Social Credit System auszubauen, Berücksichtigung finden wird, ist fraglich.

Ein umfangreicher Katalog von Maßnahmen, den ich in meinem neuen Buch „Trusted WEB 4.0 – Masterplan für eine demokratische digitale Gesellschaft“ (erscheint im Sommer bei Springer Vieweg) veröffentliche, ist nötig.
Es geht darum, alle Kräfte, auch diejenigen, die derzeit als Verlierer und Kostenverursacher der Gesellschaft gelten, für die Demokratie zu mobilisieren. Es geht darum, Vorteile und Stärken der Demokratie zu identifizieren und diese in Digitalisierungskonzepten abzubilden. Es geht um eine technische Infrastruktur als Voraussetzung für eine Digitalverfassung, in der Wähler und Politik nicht über den Umweg ausländischer Werbeplattformen zusammenfinden. Anonymität und eine wesentlich erhöhte Datensicherheit für Einzelne können durch diese Infrastruktur sichergestellt werden. Das Buch bietet viele Ansätze, die weitergedacht und mit allen Leistungsträgern unserer Gesellschaft verhandelt werden müssen.

Haben wir noch genug Zeit?

Olaf Berberich

Jamaika -Mein Sprung zurück aus dem Jahr 2027

Meine Zeitkapsel landet in Krefeld unter dem Ostwall in der alten Unterführung zu Horten.
Ich kontrolliere die Zeitanzeige. Es ist der 23. November 2017. Mühelos springe ich mit Hilfe meines unter meinem historischen Anzug verborgenen Exoskeletts die Treppen hinauf. Es gibt schon einige Vorteile in 2027.
Das lange Warten an der Ampel nervt. Ohne darüber nachzudenken, verbeuge ich mich vor jedem Menschen tief. Ich wundere mich, wieso die anderen mich nicht grüßen. Auch haben die Passanten nicht den inzwischen üblichen entgleisten Gesichtsausdruck, der sich vom ewigen Lächeln zwangsläufig in die Gesichtszüge gräbt. Vier harte Jahre habe ich keinen Fehler gemacht. Ich habe immer nur die KI-Propaganda auswendig gelernt und gelobt. Ich habe mich daran gewöhnt, dass jede falsche Bewegung, jede unfreundliche Geste, meinen Social Scoring Wert verschlechtert.
2020 hatte China es geschafft, für alle Chinesen verbindlich das Social Credits System einzuführen. Wer nicht genügend Social Credit Points bekam, der bekam keinen Pass und durfte nicht reisen. Es herrschte Ruhe im Land. 2023 hat in China eine künstlichen Intelligenz dann die Macht übernommen: Korruption sollte so ausgeschlossen und die Effizienz weiter gesteigert werden. Deutschland war inzwischen weitgehend vom chinesischen Handel abhängig. Die chinesische KI benutzte ihre Marktdominanz, indem sie Bedingungen schaffte, zu denen auch in Deutschland nur noch mit einer kompletten Steuerung der Gesellschaft durch eine KI die Wettbewerbsfähigkeit aufrechtgehalten werden konnte. Wir in Deutschland folgten mit der für uns bekannten Gründlichkeit. Zu wenig Sport, zu viel Süßigkeiten, alles führte zur Verschlechterung des Scoring Wertes.
5000 Social Credits hatte ich angesammelt, durfte an der Lotterie für die Zeitreise teilnehmen und hatte gewonnen. Ich wollte nur noch weg, nachdem die KI offiziell Menschen als nutzlose Mängelwesen definiert hatte. Die Menschen ihrerseits hatten sich auf ihre Art gewehrt und es wurden fast keine Kinder mehr geboren.

Ich hatte mir sehr genau überlegt, warum ich dieses Datum gewählt hatte. Mit einer Geschwindigkeit, über die sich die Passanten wundern, lege ich die letzten Schritte zurück und bin am Ziel. Es ist exakt 19.30 Uhr. Ich betrete Gleumes, eine urige Innenstadtkneipe. Bis auf die Straße stehen die sonst so nüchternen Liberalen und winken mit blauen Fahnen. „Freiheit“ ist da drauf geschrieben. Der neue Bundesfinanzminister Otto Fricke hält eine begeisternde Rede und argumentiert, endlich sei die FDP zurück. Jamaika würde es schon richten! Doch er würde sich aufreiben.

Ich habe eine seltene Gabe, sie ist mein Fluch. Ich habe immer schon eine klare Vorstellung gehabt, wie die Gesellschaft in zehn Jahren aussieht. Vor 2037 graut mir. Leider habe ich auch meistens Recht behalten. Schon 1997 habe ich begonnen, bei Grateach für eine demokratische Zukunft zu kämpfen. Die, die es verhindern wollten, haben mich behindert, die, denen ich helfen wollte, haben es nicht verstanden. Mit Jamaika hat sich nichts geändert. Merkel hat mit ruhiger Hand weiter regiert, bis sie an die noch ruhigere Hand der KI übergeben hat.
Ich stehe nun mitten in diesen begeisterten Menschen. Endlich habe ich einen Masterplan für eine demokratische digitale Gesellschaft. Ich hatte mir die ganzen Jahre so viel zu Recht gelegt, was ich sagen würde. Doch jetzt sage ich nichts. Wie soll ich es schaffen, meine Erfahrung zu vermitteln? Wie solle ich gegen diese Begeisterung angehen? Wie soll ich die Geschichte ändern?
Verzweifelt übe ich mich stattdessen in einem lauten Lachen, viel zu laut für meine Zeit. Gäbe es doch eine andere Realität. Gäbe es doch eine streitbare FDP, die es schaffen würde, die digitale Gesellschaft so zu gestalten, dass die Technik für uns und unsere Rechte eingesetzt würde. Hätte ich doch 2017 schon meinen Masterplan gehabt!

Meine persönliche fundierte Wahlempfehlung für die FDP

Zugegeben, ich betrachte die Welt ausschließlich aus dem Blickwinkel der Digitalisierung. Das ist auch richtig so, weil sich in der nächsten Legislaturperiode entscheidet, wie sich unsere Gesellschaft dann für viele Jahre entwickeln wird. Ein einmal durchgesetztes digitales Konzept lässt sich fast nicht mehr umkehren. Wenn einmal über das Internet meine Fingerabdrücke verbreitet wurden, bleiben die für ein ganzes Leben im Zugriff. Wenn nur noch wenige Unternehmen über die Wertschöpfung bestimmen, bleibt für die anderen weniger übrig und sie haben auch nicht mehr das Geld, sich im Wettbewerb zu behaupten.

Es geht um alles! Während früher der Arbeiter gegen seinen Vorstand kämpfen konnte, ist der totalitäre digitale Feind schon deshalb nicht zu bekämpfen, weil dieser selbst dem Vorstand als die eine Person nicht bekannt ist.
So schreibe ich auch in meinem 2018 bei Springer Vieweg erscheinenden neuen Buch, dass sich in der nächsten Legislaturperiode entscheidet, ob wir die vordigitalen demokratischen Errungenschaften durch ein Bürgerbeteiligungskonzept auf die Digitalisierung übertragen können. Im Moment sieht es nicht so aus. Vielmehr scheint schon für viele das totalitäre Diktat einiger Global Player unausweichlich.

Was hilft es mir, wenn ich eine angeblich mein Klientel vertretende Partei wähle, durch die ich kurzfristig vielleicht einige Euro mehr in der Tasche habe. Langzeitversprechen, wie die Zahlung einer Rente, kann keine Partei einhalten, die sich den Herausforderungen der digitalen Zukunft nicht stellt.

Ohne Masterplan wird es keine demokratische digitale Gesellschaft geben!

Gemäß der Grafik sehe ich den auf Deutschland passenden digitalen Masterplan im Zentrum für alle anderen uns positiv beeinträchtigenden Faktoren. Den Bauplan für die digitale Gesellschaft habe ich als Diskussionsgrundlage hierfür veröffentlicht.

Wer gesund sein will, für den müssen die technischen Errungenschaften so eingesetzt werden, dass er Arbeit als positive Teilhabe an der Gesellschaft versteht.

Auch die, welche mit ihrem gelernten Beruf in den ersten Arbeitsmarkt nicht mehr integrierbar sind, müssen aus der Almosenempfängerrolle herausgeholt werden und in einem bedingungsgebundenen Grundeinkommen mit aktiver Bürgerbeteiligung in die Gesellschaft integriert werden.

Dies wieder erhöht das seelische Wohlbefinden. Sicher von Krankheitsverläufen getrennte personenbezogene Daten werden die Gesundheitsvorsorge und die Medikamentenforschung beschleunigen.

Freiheit ist kein Widerspruch zu staatlichem Schutz. Wenn der Staat sich auf seine dienende Rolle zurückbesinnt, wird er nicht mehr versuchen, durch Totalüberwachung seine Bürger zu dominieren. Es ist nichts gegen Überwachung zu sagen, wenn sie zielgerichtet und ohne Massendatensammlung erfolgt. Gerne bin ich bereit, jedem, der das nicht glauben will, für jede Situation Alternativen zu derzeitigen Konzepten zu skizzieren.
Gerechtigkeit hat wiederum mit Teilhabe und gesellschaftlicher Anerkennung zu tun. Das funktioniert bei vielen nur, wenn sie am digitalen Leben anonym teilnehmen können, ohne sich mit ihrer Behinderung, Krankheit oder ihrer schlechten Ausbildung zur Schau stellen zu müssen.

Schließlich müssen alle ein Interesse an einer gesunden Wirtschaft haben. Die ist aber nur gesund, wenn auch noch regional Geld verdient wird und dezentral auf die Wertschöpfungsverteilung Einfluss genommen werden kann. Nur so haben wir als Deutschland eine Zukunft. Wir leben heute von der Substanz. Ob in der Autoindustrie oder bei den vernetzten Maschinen, wir werden überrannt werden und die Spielräume der Politik werden erheblich eingeschränkt werden, wenn wir jetzt nicht für alle einen digitalen Masterplan auflegen!

Meine Wahlentscheidung zu den einzelnen Parteien:

Die CDU vertritt den Erhalt unseres Wohlstands durch möglichst kleine Veränderungen. Da, wo ein Zug Fahrt aufnimmt, wie bei der Umweltpolitik, werden die Themen als die eigenen aufgegriffen. Die CDU wird mit Sicherheit an der zukünftigen Regierung beteiligt sein. Es beruhigt die Mehrheit der Wähler, wenn sie wissen, es geht weiter so. Für mich als Innovator jedoch gibt es keinen Anlass, diese Partei zu wählen, weil ich nicht glaube, dass sie ohne Sparringspartner die richtigen Weichen stellen wird.

Zeitweise habe ich Hoffnungen auf Martin Schulz gesetzt. Als EU-Präsident hat er vor totalitären Tendenzen gewarnt. Er hat die Digitalcharta mitinitiiert. Doch seit er Kanzlerkandidat ist, hat er den Überwachungsstaat unterstützt. Als Koalitionspartner hat die SPD ihre Ziele verloren. Auch glaube ich nicht, dass Gewerkschaften, wie heute noch organisiert, weiter zeitgemäß sind. Sie müssen durch andere Instrumentarien, wie die von mir vorgeschlagene digitale Bürgerbeteiligung, zumindest ergänzt werden.

Die Linken haben teilweise überraschend gute Ideen. Leider kann ich mir den hier geforderten starken Staat als Lösung nicht vorstellen.

Die Grünen haben seit bald vierzig Jahren in Teilen mitregiert, immer mit dem gleichen Thema: Energie und Umwelt. Herausgekommen ist ein Wust von Einschränkungen für die Bürger. Wer mehr als 10% seines Daches neudecken will, muss auf neusten Energiestandard dämmen, obwohl gar nicht erwiesen ist, dass nicht abbaubares, leicht brennbares Material immer die beste Möglichkeit für den Umweltschutz darstellt. Das EEG Gesetz zwingt Besitzer einer Photovoltaikanlage für die Rentabilität zu Unternehmern zu werden. Die Förderanreize sind völlig falsch gesetzt. Wer einen möglichst hohen Teil seiner selbst erzeugten Energie auch selbst verbrauchen will, wird bestraft. Zentrale kritische Infrastrukturen mit viel zu teuren Speicherlösungen werden geschaffen, anstelle mit dezentraler intelligenter Regelungstechnik „Strom sparen“ durch „Strom erzeugungsoptimiert verbrauchen“ zu ersetzen. Ich weiß, wovon ich rede. Schließlich habe ich erfolgreich das erste Pilotprojekt zu dezentraler Energieregelung umgesetzt und werde hierzu demnächst auch veröffentlichen.

Was bleibt, ist die FDP. Herr Lindner hat mir als einziger im TV-Duell glaubhaft gemacht, dass er es mit einem digitalen Masterplan ernst meint und die demokratischen Errungenschaften schützen will. Die CDU muss man nicht wählen, damit die weiter regieren. Die FDP muss die drittgrößte Partei werden! Eine Verlängerung der großen Koalition bedeutet nicht Stillstand, sondern Rückschritt, weil andere Länder uns überholen werden!
Wenn die FDP den Takt angibt, wird die CDU die Musik spielen. Dabei sollte der Dirigent immer zu sehen sein.
Damit es dann nicht doch zu Misstönen kommt, wie bei der Rückkehr zur Kernkraft, ist in einer Schwarz-Gelb-Grün Regierung nichts gegen einen grünen Juniorpartner einzuwenden. Wenn es für die FDP nicht reichten sollte, müssen hier zwei Parteien ihre Befindlichkeiten zur Seite legen, wie man es von Dienern des Staates erwarten kann.

Ihr Olaf Berberich

Ransomware-Angriff – Wer ist schuld?

Liebe Leser,
viel habe ich in den letzten Monaten geschrieben. Eine aktuelle Bezugsliste der Veröffentlichungen, teilweise kostenlos, finden Sie unter http://dl.gisad.eu/bv.pdf .

Ich bin es müde, immer wieder in der überraschten Presse zu lesen, was da so passiert ist. Ein Schuldiger ist auch immer schnell gefunden. In der Zeit unter http://www.zeit.de/digital/internet/2017-05/ransomware-wannacry-weltweit-nsa-microsoft ist es die NSA und der träge Anwender.

Wie immer enthält jede Meldung einen Funken Wahrheit. Im Ergebnis stimme ich zu, dass der Anwender mobilisiert und die Datenverwerter in ihre Grenzen gewiesen werden müssen.

Eine historische Wahrheit ist aber auch, dass alles, was machbar ist, irgendwann auch gemacht wird, wenn keine Grenzen gesetzt werden. Diese Grenzen bestimmen die Wähler alle 4 Jahre und die Politiker während der Wahlperiode.
Vielleicht ist es das letzte Mal, dass die Menschen in NRW am Sonntag und am 24. September in Deutschland zu freien Wahlen gehen.

Die Technik entwickelt sich immer schneller weiter. Es werden einerseits den zentralen Datenverwertern und andererseits den Cyberkriminellen keine Grenzen gesetzt.
Vielmehr wird per Gesetz zentrale Überwachung ausgebaut und damit die Demokratie zerstört.
Das klingt für Sie ganz weit weg? Dann lesen Sie doch „Der Circle“ von Dave Eggers siehe http://www.spiegel.de/kultur/literatur/spiegel-bestsellerliste-der-circle-von-dave-eggers-auf-platz-6-a-1009389.html . Er zeigt, wie phantastisch alle diese neuen Entwicklungen sind. Er zeigt es aus der Perspektive des Silicon Valley. Plötzlich gibt es nur noch eine Internetoberfläche für alle und plötzlich ist alles unumkehrbar und totalitär.

Auch ich glaube, dass es auf eine einzige Oberfläche hinausläuft. Dass wir in Zukunft nicht mehr hunderte von Passwörtern brauchen und vieles dadurch einfacher wird.
Allerdings müssen die demokratischen Staaten das Konzept bestimmen. Denn durch die Internetoberfläche der Zukunft wird bestimmt, ob wir in einem totalitären Staat leben, oder weiter mit demokratischen Freiheitsrechten.
Im positivsten Fall wird sich die neue Bundesregierung in der Koalitionsvereinbarung Ende des Jahres 2017 auf die Entwicklung einer solchen Oberfläche einigen. Dann wird es mehrere Jahre dauern, bis ein solches Konzept umgesetzt wird. Er wird ein Wettlauf mit der Zeit, denn alternativ müssen sich nur einige Global Player zusammentun und die Welt ist über Nacht nicht mehr demokratisch.
Ich habe meinen Teil dazu beigetragen, dass es nicht dazu kommt. Das alternative Projekt ist präzise unter http://dl.gisad.eu/pl.pdf beschrieben.

Wer ist also schuld? Nun, ich will es einmal so formulieren: Prüfen Sie genau, welche Partei Sie wählen! Sicher ist, mehr zentrale digitale Überwachung bedeutet Abschaffung der Freiheitsrechte und Schaffung neuer Einfallstore für Kriminelle.
Persönlich bin ich entsetzt, dass nicht einmal 2000 Menschen die Petition für die EU Charta der digitalen Grundrechte unterzeichnet haben, siehe https://digitalcharta.eu/liste/.
Gerade mal 41 sind es bei meiner Petition für ein Grundrecht auf Anonymität für Jeden, siehe https://www.change.org/t/anonymität-de-de?source_location=topic_page.

Bitte hört auf zu jammern und tut endlich das Richtige!

Olaf Berberich

Wer verhindert sichere Industrie 4.0?

In der GISAD Studie zu den Industriepolitischen Leitlinien NRW fordern wir unter anderem:

  • Alle (Schalt-)Aktoren bei Industrie und Smart Home dürfen nicht über zentrale Portale angesteuert werden. Die direkte Ansteuerung einzelner Geräte muss dezentral und vom Internet getrennt erfolgen.
  • Die Auswertung von Schaltdaten ist für die Weiterentwicklung der Systeme äußerst wichtig. Entsprechend müssen Maßnahmen entwickelt werden, um Maschinenauswertungsdaten von den personalisierten (Maschinen identifizierenden) Maschinendaten zu trennen.
  • Über das Internet dürfen Maschinenauswertungsdaten, hiermit sind auch Smart Home Geräte gemeint, nur über eine unidirektionale Datenleitung zum Beispiel mittels Datendiode gesendet werden. Das bedeutet, physikalisch ist nur das Senden in eine Richtung möglich.
  • Dabei benötigen Maschinen die gleichen hohen Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit wie Menschen. Sonst sind Maschinen genau wie personalisierte Menschen bekannte Ziele. Der gezielte Angriff gegen Maschinen richtet sich letztendlich wieder gegen den Menschen.

Deshalb fordert GISAD die öffentliche Hand auf, die Entwicklung von preiswerten unidirektionalen Kommunikationssystemen(DATA DIODE) sowohl für Industriemaschinen aus auch für Smart Home Geräte zu fördern und zum Standard zu machen.
Tatsächlich sind solche Schnittstellen bereits in Smart Metern integriert. Hier dienen sie jedoch nur für das sichere Auslesen für die Stromanbieter.
Es stellt sich die Frage, warum gerade die mittelständischen Betriebe mit ihren Sicherheitsproblemen bei der Anpassung ihrer Systeme an Industrie 4.0 allein gelassen werden?

Die Stellungnahme zu den Industriepolitischen Leitlinien NRW erhalten Sie hier .

Grundlagenwissen für ein wesentlich besseres Trusted WEB 4.0 erhalten Sie im Bauplan für die digitale Gesellschaft.

Bitte beachten Sie in diesen Zusammenhang auch meinen aktuellen Tweed zum Wirtschaftstalk mit Christian Lindner, FDP und Frank Thelen zu Wirtschaft 4.0 unter #LindnerThelen

Digitale Bürgerbeteiligung zum Erhalt einer funktionierenden Demokratie

Die Schere zwischen den Gewinnern und Verlierern in der digitalen Transformation wird immer größer werden. Hauptursache hierfür sind Rationalisierungseffekte im Rahmen der Digitalisierung.
Andererseits aber sind die Möglichkeiten der digitalen Technik gleichermaßen optimal geeignet, um an jede Fähigkeit leistungsangepasste Arbeiten anzubieten.

Was liegt näher, wenn Daten und Wissen das Gold der Zukunft sind, als jeden in die Beschaffung dieses Goldes mit einzubinden und damit der eigenen Gesellschaft einen signifikanten Vorteil zu verschaffen.
Wie schlecht Daten derzeit aufbereitet sind, zeigt die ganze Fake News Diskussion. Hieran wird sich auch nichts ändern, wenn bessere Erkennungsalgorithmen entwickelt werden. Im Gegenteil, es besteht die enorme Gefahr, dass wichtige Daten durch die automatische Zensur verloren gehen.

Wenn es gelingt, möglichst viele der fast 6 Millionen Harz IV Bezieher einzubinden und aus der Wohlfahrtsempfängerrolle herauszuholen, dann ist das Schürfen des Datengoldes bereits weitgehend finanziert. Zudem besteht hierdurch eine einfache Möglichkeit, die Integration von ausgeschlossenen Gesellschaftsgruppen zu verbessern.

Gesellschaftlich Ausgeschlossenen muss man in einem geschützten Raum eine für die Demokratie und Wirtschaft gleichermaßen wichtige Arbeit zutrauen. Wichtigstes Merkmal eines geschützten Raums ist die fehlende Überwachung jeder einzelnen Aktivität.

Ein wesentlicher Parameter, über welchen sich der erste Arbeitsmarkt bis heute definiert und der auch immer mehr Taktgeber der Wissenschaft ist, ist die Zeit, in der eine vordefinierte Arbeit mit einem vordefinierten Ergebnis erreicht werden kann. Hierdurch wird eine Wertschöpfung generiert, die der Arbeitskraft abhängig von weiteren Faktoren, wie zum Beispiel den vorhandenen Wettbewerbern, ein bestimmtes Einkommen ermöglicht. Dabei spielen Alter, Geschlecht, Herkunft und körperliche Fitness neben den erwarteten standardisierten Qualifizierungsnachweisen eine entscheidende Rolle. Damit diese Vorrausetzungen keine Rolle spielen, muss das Datenschürfen anonym und ohne Zeitdruck durchgeführt werden können.

Über das im GISAD Grundsatzprogramm dargestellte Konzept werden bestehende Websites, Social Media Systeme und Suchmaschinen durch ein Linkbewertungsportal ergänzt. Alle gesellschaftlichen Gruppen werden in die Erstellung der Grundlagen für gesellschaftliche Entscheidungsprozesse eingebunden. Denn genau das sind aufgearbeitete Daten.
Sogenannte Bewertungs-Experten erhalten ein bedingungsgebundenes Grundeinkommen. Der Erhalt dieser Leistung ist frei von Sanktionen durch die öffentliche Hand. Das Grundeinkommen ist auch nicht abhängig von den Parametern des ersten Arbeitsmarktes, in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Leistung zu erbringen.

Vielfalt wird in dem Konzept dadurch gewährleistet, dass alle Informationen in ca. 1000 Wissensbereiche aufgeteilt werden. In einer qualifizierten Nachbarschaft von Gleichgesinnten werden Fake News und schlecht aufgearbeitete Informationen besser erkannt, als wenn Informationen über gefakte Metadaten in Suchmaschinen oder Social Bots als falsche Freunde in Social Media Portalen verbreitet werden. Insofern begrüße ich auch den neuen Ansatz der Grünen, siehe http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-02/wahlkampf-gruene-kritik-martin-schulz-acht-punkte-plan ,von sanktionsfreier Grundsicherung zu sprechen.

Warum ist es denn wichtig, auch die Teile der Gesellschaft in den demokratischen Prozess mitzunehmen, die sich hier bisher nicht engagiert haben? Sind diese denn auf Grund ihrer sprachlichen Fähigkeiten, Ausbildung und ihrem gesellschaftlichen Status überhaupt in der Lage, einen Beitrag zu leisten?
Zweimal ein klares ja.

Lassen Sie mich einmal konkret werden. In einem anderen Leben habe ich erwachsene Analphabeten unterrichtet. Meine Schüler waren teilweise hochintelligente Menschen, die, weil sie mit ihrem Lehrer nicht klargekommen sind oder krank waren, als die Grundlagen des Lesens und Schreibens unterrichtet wurden, den Anschluss verpasst haben. Danach haben sie eine ungeheure Energie und Kreativität aufgebracht, um zu vertuschen, dass sie nicht lesen und schreiben können. Da war der Vater von zwei Gymnasiasten, der sich zum Lernen ins Bad einschloss, damit seine Kinder nichts merkten. Er hatte ungeheuren Druck, denn er war in seinem Job so gut, dass er in eine leitende Position befördert werden sollte. Diese Arbeit war aber undenkbar ohne zumindest eine gute Lesefähigkeit. Durch die Zusammenarbeit mit Leidensgenossen hat er im Kurs innerhalb kürzester Zeit lesen und schreiben gelernt. Teilnehmer der Alphabetisierungskurse haben ein Lesebuch für Erwachsene mit eigenen Texten erstellt. Es zeigte sich, dass die Motivation, Texte von Gleichgesinnten zu lesen, bei den Erstlesern wesentlich höher ist, als bei schwer verständlichen Zeitungstexten.

Heute soll alles möglichst einfach und für alle Zielgruppen gleich verständlich sein. Tatsächlich sind solche Vereinfachungen jedoch eine Ursache für die von mir „Denkabschaltung“ genannte Krankheit, siehe http://blog.get-primus.net/fake-news-sind-nur-ein-symptom-der-krankheit-denkabschaltung/ .

Für echte nachhaltige Lösungen, muss die demokratische Gesellschaft die Betroffenen da abholen, wo sie stehen, mit ihrer Sprache und mit ihren Problemen. Wenn es einen kausalen Zusammenhang zwischen Selbstwertgefühl und Integration in die Gesellschaft gibt, dann ist eine Bürgerbeteiligung in einem Linkbewertungsportal, wie im GISAD Grundsatzprogramm vorgeschlagen, die beste und schnellste Methode für die Integration der Zurückgelassenen.
Wäre denn ein Analphabet geeignet, Inhalte zu bewerten und „Fake News“ zu identifizieren?
Wieder ein klares ja.
Er würde seine über Jahre gelernte Verhaltensweise dazu benutzen, seine eigene Leseunfähigkeit zu kompensieren. Alternativ würde er viele Andere die Information lesen lassen und in die Antwortfindung mit einbinden. Ihm wäre es ausgesprochen wichtig, keinen Fehler zu machen. Natürlich sind solche Ergebnisse nicht unter Zeitdruck zu erhalten.

Kanzlerkandidat Martin Schulz hat unter anderem so gute Umfragewerte, weil er als Mann des Volkes gesehen wird. Realistisch betrachtet war er das vielleicht einmal. Aber jemand, der 5 Sprachen spricht und die wichtigsten Regierungsführer der Welt kennt, kann nicht wirklich die Sprache des kleinen Mannes sprechen, zumal es hier eine Vielzahl von Subsprachen als Repräsentanz gesellschaftlicher Teilgruppen gibt. Die Digitalisierung bietet eine einmalige Chance, alle diese Subgruppen in die Zuarbeit von Informationen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit einzubinden.

Berufspolitiker sollten ehrlich für ihren schwierigen Beruf werben können. Sie sind durch Laien nicht zu ersetzten, weil sie Mittler zwischen vielen Interessensgruppen, der öffentlichen Verwaltung und ihren Wählern sein müssen.
Martin Schulz muss derzeit Aussagen für eine möglichst breite Wählerschaft machen, um als Bundeskanzler mit einer starken SPD gewählt zu werden. Derzeit geht es nicht darum, das beste demokratische Programm anzubieten, sondern gerade die Nichtwähler oder Wechselwähler zu überzeugen, dass sie im Sinne der gefühlten Mehrheitsbewegung handeln, wenn sie die SPD wählen. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass erste Stimmen Martin Schulz als Populisten bezeichnen, siehe http://www.zeit.de/kultur/2017-02/populismus-martin-schulz-begriff-verwendung-populismusforschung-kiyaks-deutschstunde .
Tatsächlich wird man auf den ersten Blick zwischen Schulz und Trump graduelle, aber nicht prinzipielle Unterschiede feststellen können. Politiker sind durch die Krankheit „Denkabschaltung“ gezwungen, so zu handeln, wenn sie möglichst viele Wähler überzeugen wollen.
Es wird zum Standard, populistisch über Symptome zu lamentieren, ohne sich mit den eigentlichen Krankheitsbildern zu beschäftigen.

Die Unterschiede zwischen Trump und Schulz machen sich also nicht an dem Vorgehen, sondern vor allem an den unterschiedlichen Inhalten fest. Ohne die Krankheit Denkabschaltung hätte den Wählern von Trump die Demokratieferne seiner Ziele klar sein müssen. Erstaunlich ist eher, dass Trump gravierend von dem gewohnten Verhalten der Politiker abweicht und nachdem er gewählt ist, stur versucht, seine Wahlaussagen eins zu eins umzusetzen.
Schulz hingegen hat die „EU Charta der digitalen Grundrechte“ mit initiiert. Seine geäußerten Absichten sind eindeutig Demokratie erhaltend. Allerdings verpflichtet ihn das dann auch zu dem Spagat, neben populistischen Aussagen vor der Wahl zu zeigen, wie er den Erhalt der Demokratie in der nun mal nicht abzuwendenden digitalen Transformation sichern will. Wir stehen vor einer radikalen Veränderung unserer Gesellschaft. Entsprechend tiefgreifend müssen auch die Forderungen für Maßnahmen sein, die alle Teile der Gesellschaft in die digitale Transformation mitnehmen.

In einer Gesellschaft der Vielfalt benötigen Politiker eine echte Unterstützung und einen möglichst vielfältigen Input. Um diesen Input liefern zu können, müssen gerade die Gruppen der Gesellschaft eingebunden werden, welche Teil des Problems sind. Das sind üblicherweise nicht die, die sich politisch äußern. Das sind noch nicht einmal die, die regelmäßig wählen gehen. Das hier vorgestellte Bürgerbeteiligungskonzept reduziert Nichtwähler. Wer Verantwortung übernimmt, kann nicht mehr gegen die Entscheidungseliten wettern. Schließlich ist er selbst Teil dieser Entscheidungsfindung.

Echte Fake News benutzen Unwahrheiten mit dem Ziel der Manipulation für die Zwecke des Urhebers.
Vieles wird als Fake News bezeichnet, weil der Leser einen anderen Blickwinkel auf die Sache als der Schreiber hat. Hierzu gehört zum Beispiel die Diskussion, ob es in Deutschland mehr oder weniger prekäre Arbeitsverhältnisse gibt.
Solche subjektiv unterschiedlichen Informationen dürfen nicht unterdrückt werden, sondern müssen in Verbindung mit der Intention des jeweiligen Betrachters gesetzt werden. Um alle Faktoren zu einer Entscheidungsgrundlage zusammenzufassen, sind heutige BIG DATA Analysen hervorragend geeignet, in Zukunft auch mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Jedoch das Grundmaterial sollte immer zuerst von Menschen gesichtet werden.
Ethische Gesichtspunkte und kulturelle Vielfalt sollte der Mensch nicht aus seinen Händen geben. Auch die automatischen Analyseergebnisse müssen deshalb stichprobenhaft von Menschen ständig kontrolliert werden.

Demokratie lebt ja gerade von der Diskussion über unterschiedliche Sichtweisen. Breitet sich die Denkabschaltung weiter aus, gibt es keinen demokratischen Konsens mehr. Information wird noch mehr zur gerankten Massenware. Dann wird nur das, was bereits viele kennen wahrgenommen und die Vielfalt und Individualität verschwinden.
Die nicht in die Diskussion Eingebundenen werden dann weiter ausgeschlossen, frustriert und wählen schließlich demokratieferne Parteien mit angeblich einfachen Botschaften wie „Ausländer raus“.
Schlussendlich werden alle das gesamte Denken künstlichen Intelligenzen überlassen, weil wir es selbst nicht mehr können.

Nur Bürgerbeteiligung von allen schützt nachhaltig den Erhalt der Demokratie und einer menschenwürdigen Zukunft!

Fake News sind nur ein Symptom der Krankheit „Denkabschaltung“

Das Silicon Valley als Speerspitze der Digitalisierung hat in den letzten Jahren erhebliche Auswirkungen auf das selbstständige Denken breiter Bevölkerungsschichten gehabt.
In Silicon Valley wurde nie viel über gesellschaftliche Folgen von Entwicklungen nachgedacht. Fortschritt ist immer irgendwie gut. Die Bestätigung dafür, dass man alles richtig macht, findet man im Silicon Valley darin, dass man mit seinen Produkten Milliarden von Menschen erreicht.
Da die Entwickler selbst über gesellschaftliche Folgen nicht nachdenken wollen, haben sie sich eine generelle Entschuldigung zurechtgelegt: Die Entwicklungen sind zu komplex für eine gesellschaftliche Reflektion. Niemand kann die Zukunft vorhersehen.
Diese Denkweise im Silicon Valley ist der Virus, der immer mehr Menschen mit der Krankheit Denkabschaltung infiziert.

Wer in der Medizin nur einen Husten behandelt und ihn nicht als Symptom eine Lungenentzündung erkennt, macht einen fatalen, möglicherweise tödlichen Fehler.
Der Mediziner muss also immer das Gesamtbild sehen, bevor er sein Urteil fällt.

Fake News sind nur ein Symptom der Krankheit Denkabschaltung.
Facebook und Fake News sind beide so erfolgreich, weil sie auf den psychologischen Effekt der Schweigespirale aufbauen.
Insbesondere Menschen mit schwach ausgebildetem Selbstbewusstsein neigen dazu, sich der vermeintlichen Mehrheitsmeinung unreflektiert anzuschließen.
Fake News gaukeln vor, die Mehrheitsmeinung zu vertreten. Der Like-Button von Facebook ermuntert dazu, sich einer Mehrheit anzuschließen. Einen Klick, das kann jeder, ein Foto von sich posten, auch.

Die Krankheit „Denkabschaltung“ ist das Ergebnis einer Denkverweigerung, welche sich immer mehr Menschen im vorauseilenden Gehorsam auferlegen. Wenn Dinge komplex sind, fällt es schwer, darüber nachzudenken. Der Silicon Valley Virus ist äußerst erfolgreich.
Das Ganze wird verstärkt durch eine zentralisierte Überwachungs-IT, die jede Abweichung von der Norm erfasst. Eigenes Denken wird zum Risikofaktor, in Zukunft für in der Vergangenheit aufgezeichnetes Fehlverhalten bestraft zu werden.

Wer nicht mehr denkt, entfaltet sich nicht selbst, ist nicht kreativ und ist letztendlich nicht frei. Wird Denkabschaltung zum Massenphänomen, so löst sich die Demokratie auf. Denn Demokratie benötigt ständig aktive Verteidigung durch möglichst viele Teile der Gesellschaft.

So hilft auch eine Fake-News-Beseitigungsmedizin wie ein Fake-News-Generator, siehe http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-02/falschmeldungen-russland-propaganda-fake-news-generator-niederlande/seite-2 nicht viel weiter, als ein Hustenbonbon bei einer Lungenentzündung. Nur kurzfristig werden für die aktuelle Bundestagswahl einige Bürger für das Thema Fake News sensibilisiert. Ohne eigene Denkanstrengung bleibt die Sensibilisierung ohne Resultat.

Es ist für die Demokratie von existenzieller Bedeutung, dass Politiker die richtige Medizin verordnen und Ursache und Wirkung der Krankheit „Denkabschaltung“ ihren Wählern erklären können.

Denkverweigerung als Ergebnis vorauseilenden Gehorsams ist auch insofern fatal, als dass es in Zukunft ja wohl unbestritten immer weniger Tätigkeiten gibt, in denen man nicht denken muss. Monotone Prozesse werden zunehmend automatisiert.

Nichtwähler und Frustwähler von Populisten zeigen die Auflösungserscheinungen der Demokratie. Wer nicht denkt, nimmt nicht aktiv an der Demokratie teil. Daran ändern auch 100 Facebook Freunde nichts. Diese gaukeln vor, dass man, ohne sich selbst konstruktiv an der demokratischen Diskussion beteiligen zu müssen, dazugehört.

Wir brauchen also ein Konzept, welches möglichst allen Teilen der Gesellschaft eine Medizin verabreicht, die der Denkabschaltung entgegenwirkt. Die Demokratie wird selbst zum Patienten, wenn sie sich nicht mehr aus mehrheitlich kritisch reflektierenden Menschen zusammensetzt.

Schon vor 10 Jahren habe ich in meinem Buch „7/11: Insiderstory des Wandels in Deutschland von 1999 bis 2015“ beschrieben, wie man breite Teile der Bevölkerung in die digitale Transformation mitnehmen kann:

„Elke schaute sich in der Communitydatenbank die neusten Beiträge an. Sie schaltete die einen frei, löschte oder kommentierte andere und lächelte. Ja, ihre Enkel hatten nicht schlecht gestaunt, als sie einmal ihre Oma an ihrem nagelneuen Laptop sahen.
„Was machst du denn da, Oma?“
„Ich muss nur noch die aktuellen Beiträge in der Schuhcommunity durchschauen.“
„Oma, bist du etwa Communitymanager?“
Seitdem war ihr Ansehen bei den Enkeln um ein Vielfaches gestiegen.“

Im GISAD Grundsatzprogramm wird das Rezept für die Medizin erläutert, die den Virus erfolgreich mit zusätzlichen positiven Nebenwirkungen bekämpfen kann:

  • Beseitigung von Fake News
  • Reduzierung der Nichtwählergruppe
  • Bessere Wahlprognosen
  • Einbindung von aus der Gesellschaft ausgeschlossenen Gruppen in die Demokratie
  • Einbindung in die Gesellschaft von benachteiligten Bevölkerungsgruppen
  • Bedingungsgebundenes Grundeinkommen
  • Sicherheit für den Staat und Freiheitsrechte für den Bürger
  • Rechtskonformes Big Data für die Wirtschaft
  • Kennzahlen zur Planung in Wirtschaft und Politik
  • Das GISAD-Grundsatzprogramm können Sie kostenlos unter http://dl.gisad.eu/wg.pdf herunterladen.

    Zugegeben, es ist für Sie ein komplexes Thema, weil alles mit allem zusammenhängt. Aber genau wie ein Arzt, ist auch die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nur vor Fehldiagnosen gefeit, wenn sie das Gesamtbild der Krankheit und dagegen geeigneten Heilungsmethoden sieht. So müssen psychologische, gesellschaftliche, juristische, politische, betriebswirtschaftliche und technische Bestandteile in einer solchen Medizin enthalten sein. Sie werden nicht alles direkt nachvollziehen können. Für mich ist das alles unter dem Blickwinkel der Anonymisierung und Dezentralisierung ganz einfach. Das ist der rote Faden, mit dem ich die Komplexität auseinanderziehen kann. Wenn Sie tiefer einsteigen wollen, bietet sich hierfür der Bauplan für die digitale Gesellschaft an.

    Beunruhigend finde ich in diesem Zusammenhang, wenn Medien sich der Denkabschaltung in Form einer Selbstzensur anschließen. Sie trauen ihren Lesern dann nicht zu, sich mit komplexen Beiträgen zu beschäftigen, welche die geforderte ganzheitliche Sichtweise auf die Gesellschaft bieten. Möglicherweise verspielen sie damit die letzte Überlebenschance für den schon todkranken Patienten Demokratie und werden selbst zum Teil der Schweigespirale.

    Olaf Berberich

    Dezentral oder scheiß egal!

    Dieser drastische Spruch ist mal wieder ein Versuch von mir, zu der Masse der Bürger durchzudringen, die sich nicht wehren und nicht verstehen wollen, was da auf sie zukommt.

    Alles ist doch so komplex, da können wir uns doch keine Meinung bilden. Nein, die Dinge sind ganz einfach!

    Wenn Sie einen Leberfleck einem Freund zeigen, dann ist das in Ordnung. Das Schlimmste was Ihnen passieren kann, ist, dass er es weitererzählt und vielleicht schafft, im Bekanntenkreis einen kurzen Lacher zu erzeugen. Das war´s.

    Wenn Sie zukünftig diesen Leberfleck nicht bedecken, dann wird er in der Kameraüberwachung mit seiner genauen Position gespeichert und so zu einem von vielen biometrischen Merkmalen, an denen man Sie überall erkennen kann, wo auf die zentral gespeicherten Daten zugegriffen werden kann.

    Es wird immer wieder argumentiert, dass Videoüberwachung für die Terrorismusbekämpfung wichtig ist. Doch tatsächlich werden völlig unnötig so Massenüberwachungssysteme aufgebaut, siehe http://www.spiegel.de/netzwelt/web/kameraueberwachung-wird-zur-verhaltenskontrolle-a-1135744.html#spRedirectedFrom=www&referrrer .

    Tatsächlich besteht bei jeder berechtigten Überwachung ein regionaler Anfangsverdacht. Es wäre also technisch gar kein Problem, ein Fahndungsfoto oder zukünftig die biometrischen Merkmale an dezentral organisierte Überwachungsstationen zu schicken, und nach und nach den Suchradius auszuweiten. Das ist ohne große Zeitverzögerung schon heute innerhalb von Sekunden möglich. Wichtig ist nur, dass hierdurch die Verhältnismäßigkeit der unbeteiligt Betroffenen gewahrt wird. Wenn man es richtig machen würde, könnten die nicht Betroffenen sogar weitgehend von Überwachungsmaßnahmen verschont bleiben.
    Die Fahndungsdaten würden an die einzelnen dezentralen Überwachungsserver geschickt. Nur, wenn eine Übereinstimmung mit den Fahndungsdaten gefunden würde, würde der Regionalserver den Videoausschnitt, in dem ein Verdächtiger identifiziert wurde, an den Fahnder schicken.
    Auch Systeme, die auffälliges Verhalten identifizieren, würden dezentral funktionieren und nur die verdächtigen Videoausschnitte mit einem Alarm verschicken.

    Gemacht wird das nicht, weil Sie liebe Bürger sich nicht wehren. Bitte kein Für oder Wieder Kameraüberwachung, sondern bitte fordern Sie dezentrale Systeme!
    Dann sieht Sie nur Ihre Nachbarschaft und nicht die ganze Welt. Das ist dann ein bisschen so vertraut wie früher und vor allem sicher. Denn zentral gespeicherte Daten werden auch in Zukunft nicht nur Befugten, sondern auch Kriminellen zur Verfügung stehen.

    Wie wichtig es ist, sich jetzt zu wehren, zeigt auch der jüngste Vorstoß von Siemens, die grüne Welle für Fahrradfahrer einzuführen, siehe http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-02/strassenverkehr-radfahrer-autofahrer-vorfahrt . Wenn die GPS-Daten aller Fahrradfahrer auf einem zentralen Siemensserver gespeichert werden, ist das der Datensupergau, egal was Siemens zur Pseudonymisierung oder Sicherheit der Daten sagen wird.
    Diesen Datensupergau habe ich erst in einigen Jahren im Zusammenhang mit der Einführung der autonomen Fahrzeuge gesehen. Wir benötigen dringend ein vollkommen anonymes, dezentrales „persönliches digitales System“ wie in meinem „Bauplan für die digitale Gesellschaft“ beschrieben. Dann können die Devices von Fahrradfahrern, Fußgängern und Fahrzeugen unbedenklich in ein Gesamtsystem eingebunden werden, um miteinander zu kommunizieren.

    Olaf Berberich

    Demokratie: Wer bisher gemahnt hat, muss etwas tun, sonst geht es ihm an den Kragen!

    Das dritte Wochenende im Januar 2017 war ein denkwürdiges Wochenende für die Welt und ein surreales Wochenende für mich.
    Gedopt mit Schmerztabletten, um die Begleiterscheinungen einer starken Erkältung im Griff zu halten, wechselte ich zwischen Schlafversuchen, Feeds lesen und der Amazon Serie „The Man in the High Castle“ siehe http://www.zeit.de/kultur/film/2015-11/the-man-in-the-high-castle-serie-amazon .

    In der Serie hat Hitler den Krieg gewonnen. Verschiedene Realitäten treffen aufeinander. Die Protagonisten treten mutig für ihre Einstellungen ein. Selbst die Bösen handeln aus ihrer Perspektive nachvollziehbar.

    In meinem erkältungsgeschwängerten Wattekopf vermischen sich diese Realitäten mit den Feed-Inhalten. In der Türkei wird eine 140 Jahre andauernde Demokratie ausgerechnet zu Gunsten einer der syrischen ähnelnden Verfassung aufgegeben, siehe http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-01/tuerkei-recep-tayyip-erdogan-syrien-vorbild-demokratie-zerstoerung .
    Die Türkei ist ein Land mit freundlichen Menschen, in dem ich noch vor wenigen Jahren gerne Urlaub gemacht habe.

    Dann ist da noch der gerade vereidigte neue Präsident der USA Trump, der sich nach Aussage von DIE ZEIT zu Diktatoren hingezogen fühlt, siehe http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-01/donald-trump-mittlerer-osten-einfluss-syrien-aegypten-wladimir-putin/seite-2 . Jedenfalls kann bezweifelt werden, dass er ein Vorreiter für den Erhalt der Demokratie sein wird.
    Beide Regierungsführer habe die Macht durch erhebliche Manipulationen im Internet erhalten.

    Aber auch die persönlichen Einschläge kommen wieder näher. Nach über 15 Jahren im gefühlten Widerstand, habe ich die letzten 2 Jahre Ruhe wirklich genossen.

    In einem Gespräch mit einem Geschäftspartner erfuhr ich dann letzte Woche, dass er in der ganz normalen Google Suche bei Eingabe von „GraTeach“ einen mir wohlbekannten Link vom 10.07.2001 gefunden hätte. Hierbei werden aus dem Zusammenhang genommen – einen negativen Eindruck über meine Person erweckend – Behauptungen aufgestellt. Mit Schreiben vom 31.05.2016 hatte mir der zuständige Datenschutzbeauftragte versichert, dass Google sowohl in der europäischen als auch der außereuropäischen Suche den Link entfernt hätte.
    Tatsächlich kann ich bei Google einen solchen Link auch nicht finden. Vielmehr werden mir in allen erwarteten Bereichen gute Suchergebnisse dargestellt, siehe GraTeach ,Olaf Berberich, Trusted Web 4, Der Bauplan, GISAD.
    Am Sonntagmorgen schaute ich mit noch immer dumpfem Erkältungskopf aus dem Fenster. Es war ein wunderschöner Tag. Keine einzige Wolke verdeckte den tiefblauen Himmel. Intensiv suchte ich danach, ob es nicht doch einen Abriss im digitalen Farbverlauf gab oder trotz hoher Auflösung Pixel zu erkennen waren. „Das kann doch nicht meine Realität sein!“

    In den letzten Monaten habe ich als Blogger wie jeder Journalist erwogen, das Wort Google möglichst nicht auf die Tastatur zu nehmen. Schließlich weiß jeder Schreiberling, dass er im digitalen Zeitalter zur Bedeutungslosigkeit verdammt ist, wenn er bei Google nicht mehr gelistet ist.
    Wie lächerlich, ich habe mir tatsächlich eingebildet, dass andere auch die gleichen Ergebnisse sehen können, wie ich. Nun muss ich davon ausgehen, dass Google mir und jedem, der annähernd gesellschaftlich gefährlich genug scheint, vorgaukelt, im Internet so dargestellt zu werden, wie es gar nicht der Wirklichkeit entspricht. Das würde jedoch auch bedeuten, alles was ich mache, wie über Opera VPN ins Internet zu gehen, Standortanfragen nicht zuzulassen, Browserverläufe und Cookies automatisch zu löschen, über Startpage anonym zu suchen, nutzt nichts. Google weiß immer, wenn ich es bin. Selbst wenn ich mit einem anderen Browser oder Device suche, oder meine Frau auf ihrem PC das tut. Die Alternative erscheint mir auch nicht weniger gruselig. Das würde nämlich bedeuten, Google weiß, mit wem ich spreche und boykottiert gezielt die Gespräche. Tatsächlich kamen in den letzten Jahren aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen im letzten Moment Partnerschaften nicht zustande. Die wenigsten sprechen darüber!

    Ich habe große Sehnsucht danach, mich wieder in die Amazon Serie zu verkriechen. Da geht es zwar nicht so gewaltfrei zu, wie in dem, was da meine echte Realität zu sein scheint, aber die Motive und Taten der Akteure sind nachvollziehbar und letztendlich gewinnen die Guten.

    Wenn meine Analyse nicht einer Fieberphantasie entspringt, sondern für Sie logisch erscheint, dann sollten Sie sich fragen, ob Sie es sich wirklich weiter auf Ihrem Sofa gemütlich machen sollten.

    Gerade die spreche ich an, die meinen, sich nichts vorwerfen zu müssen, weil sie sich ja nur in dem Rahmen von gefühlt fehlenden Konsequenzen kritisch über die Entwicklungen äußern.
    Die Zeiten des Redens sind vorbei. Es wird Zeit, zu handeln. Denn alle, die auch nur auf Probleme hingewiesen haben, laufen sonst Gefahr, wenn bei uns der Falsche das Ruder übernimmt, aus dem Amt geschmissen zu werden, ihre Rente zu verlieren oder auch nur einen schlechten Score-Wert zu erhalten, weil Sie sich von 10 Jahren einmal kritisch geäußert haben. Die Türkei macht gerade vor, wie es geht. Im schlimmsten Fall fährt dann Ihr autonomes Auto mit Vollgas gegen die Wand, weil ein Algorithmus Sie als Gefährder eingestuft hat.

    Sie müssen nicht auf die Straße gehen und demonstrieren.
    Aber lassen Sie keine kriminelle Gerätevereinigung in Ihr Haus. Genau das sind Haushaltsgeräte und Schalter, die permanent mit dem Internet verbunden sind und als Botnetze missbraucht werden können. Verweigern Sie sich nicht stumm, sondern sagen Sie den Herstellern, warum Sie nicht kaufen und wann Sie kaufen würden. Das gleiche gilt auch für Trackingbänder, permanente Einstellung von GPS auf dem Smartphone, etc..

    Schicken Sie Ihre wichtigen Informationen wieder mit der Post. Verzichten Sie auf den Absender und damit auf ein wichtiges Merkmal, um Briefe abzufangen. Schreiben Sie Briefe auf einem vom Internet entnetzten Computer.
    Lassen Sie sich nicht von News aus unsicheren Quellen beeinflussen! Vertrauen Sie mehr Ihrem Bauchgefühl, als dem was schwarz auf weiß digital generiert wurde. Und notfalls, wenn Sie unsicher sind, führen Sie ein persönliches Gespräch mit jemand, dem Sie vertrauen.

    Teilen Sie selbst diesen und ähnliche Artikel mit Ihren Freunden! Verlassen Sie sich nicht auf die Presse, Social Media oder Suchmaschinen.

    Melden Sie sich laut bei der Politik zu Wort. Fordern Sie vom ehemaligen EU-Parlamentspräsident Martin Schulz ein, dass er dem Vorschlag der Charta der digitalen Grundrechte auch Taten folgen lässt.
    Verschieben Sie es nicht, denn vielleicht läutet die nächste Wahl schon das Ende der Demokratie ein!

    Olaf Berberich

    Googles Version eines vernetzten Zuhauses richtig umsetzen!

    In SpiegelOnline wird Googles neue Idee vorgestellt, mit Mikrofonen in jedem Zimmer mithören zu lassen und Smart Home dadurch zu steuern, siehe http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/ces-2017-nvidia-holt-google-ins-haus-cloud-gaming-und-kuenstliche-intelligenz-a-1128737.html .
    Leider ist nicht auszuschließen, dass sich Google mit diesem Konzept früher oder später in Deutschland ebenfalls durchsetzt.
    Viele Nutzer sind durch die Technik zunehmend überfordert. Aus ihrer Sicht ist eine solche Sprachschnittstelle eine willkommene Möglichkeit, um nicht von der digitalen Zukunft ausgeschlossen zu sein.

    Es gibt also viele Argumente dafür, dass solche Systeme kommen werden. Solange Menschen hier nicht durch Technik oder den dahinterstehenden Anbieter dominiert und damit auch zukünftig manipuliert werden können, ist hiergegen auch nichts einzuwenden.

    Auf die Probleme mit dem Amazon Fire Stick habe ich bereits hingewiesen, siehe http://blog.get-primus.net/weniger-komplexe-it-systeme-fuer-das-jahr-2017/ .
    Will Google mit einem solchen Nvidia System in Deutschland akzeptiert werden, dann ist es gut beraten, hierbei die Trusted WEB 4.0 Richtlinien einzuhalten.

    • Smart Home Geräte dürfen nicht direkt über das Internet schaltbar sein, da sie sonst Teil einer nicht kontrollierbaren kritischen Infrastruktur werden. Alternativ ist eine dezentrale Schaltintelligenz einzusetzen.
    • Sprachbefehle müssen über einen Kategorienfilter laufen und nach Kategorien getrennt dezentral im jeweiligen Haus gespeichert werden. Der sprachliche Befehl, einen „Song“ aufzurufen, muss unter einer Kategorie „Musik“ gespeichert werden. Der Befehl, einen Rollladen zu schalten, muss unter einer Kategorie „Haussicherheit“ gespeichert werden, etc.
    • Maschinendaten der Smarthome-Geräte dürfen nur anonym und für einzelne Kategorien getrennt, über eine unidirektionale Schnittstelle in das Internet gesendet werden.

    Es ist also durchaus technisch möglich, ein deutschem Datenschutz und deutschen Nutzerinteressen entsprechendes Sprachbefehlssystem zu entwickeln, man muss es nur wollen.

    Hierzu gibt es inzwischen auch zahlreiche Veröffentlichungen, zum Beispiel den „Bauplan für die digitale Gesellschaft“, siehe http://gisad.eu/der-bauplan/ oder für die, die nicht so weit in die Tiefe gehen wollen die „Konzepte einer digitalen Gesellschaft“, siehe http://www.springer.com/de/book/9783662491898 .
    Speziell mit Smart Home beschäftigen sich auch die GISAD Studien zu den „Industriepolitischen Leitlinien NRW“ siehe http://shop.get-primus.de/index.php?id_product=105&controller=product&id_lang=2, sowie die im Herbst erscheinend „Dezentralisierte und anonyme Energieoptimierung für Smart Home“, siehe http://shop.get-primus.de/index.php?id_product=99&controller=product&id_lang=2 .